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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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S | Saxl-Deutsch2838 sener Allrounder und Mitbegründer der Wiener Secession beeinflusste seine Schülerin vor allem auf dem Gebiet des Holzschnittes. In einigen Blättern, die sich heute in Privatbesitz befinden, schließt die Künstlerin nahtlos an die abstrakten Arbeiten ihres Lehrers an. Es ist anzunehmen, dass sie nach Abschluss ihrer Ausbildung bei Böhm im Sommer 1910 die Künstlerkolonie Dachau besuchte, denn im Dezember 1910 heiratete sie. Die erste Tochter, Gertrud, kam bereits 1911 zur Welt. In der Skodagasse, wo die jungen Eheleute auch wohn- ten, führte sie nach eigenen Angaben ihr Atelier. Ob im Wohnhaus Nr. 15 oder im Haus Nr. 44, wie von Eisler angegeben, ist ungeklärt. Wahrscheinlich hatte sie auch eine Ausbil- dung in Metallbearbeitung, da sie dieses Material sehr gut beherrschte und auch bevorzug- te. In zwei Publikationen des Österreichischen Werkbundes, dessen Mitglied sie ebenfalls war, findet sie 1916 und 1920 Erwähnung. Gmeiner und Pirhofer zeigen in ihrem Buch über den Österreichischen Werkbund 1985 lediglich eine Abbildung der Metallarbeiten ohne auf die Künstlerin einzugehen. Die zwei Semester, 1926/27, als Gasthörerin an der Kunstgewerbeschule in Wien bei Rudolf von Larisch im Kurs für Ornamentale Schrift und Heraldik können als eine Fortbildung im heutigen Sinne betrachtet werden. 1908 fand ihre erste Ausstellungsbeteiligung in der Wiener Kunstschau mit einem Plakatentwurf statt. In den Jahren 1921, 1923 und 1936 stellte sie mit der Vereinigung der bildenden Künstlerinnen Österreichs, deren Mitglied sie war, an verschiedenen Örtlichkeiten Landschaftsbilder und ein Porträt aus. Vor einigen Jahren wurde ein signierter Plakatentwurf in der Zeitschrift der kommunistischen Frauenbewegung in Österreich „Stimme der Frau“ abgebildet. Er zeigt eine große Gruppe von Frauen, in deren erster Reihe drei von ihnen ein überdimen- sionales Plakat halten, mit der Aufschrift „DEN FRAUEN IHR RECHT“. Wie weit sich die Künstlerin auch politisch mit diesem Thema auseinandersetzte, ist nicht bekannt. Bei der älteren Tochter Gerti kann eine gewisse Prägung durch das Elternhaus angenommen werden und so ist ihr politisches Engagement (in der kommunistischen Bewegung) besser verständlich. Wie nachlässig mit der weiblichen Urheberschaft eines Kunstwerkes damals umgegangen wurde, kann man an Hand der Zuordnung des Exlibris von M. S.-D. für K. von A. Hardt-Stremayr beobachten. Dem Autor des Buches über Jugendstil-Exlibris, Helmut Franck, lag ein mit M. Deutsch handschriftlich signiertes Exlibris zur Bearbeitung vor. Da es einen Maler Moritz Deutsch in der Literatur gibt, der in Wien lebte, erfolgte sehr schnell die falsche Zuordnung, die aber unmöglich stimmen kann, denn Moritz Deutsch starb bereits 1882 in Wien. Diese falsche Zuordnung hatte auch zur Folge, dass die Künstlerin, die noch 1993 bei Witte angeführt wird, dann in der Exlibris-Bibliographie europäischer Künstler 1996 durch Moritz Deutsch ersetzt wurde. Mitglsch.: Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Österreichischer Werkbund. Ausstellungsbeteiligungen: Wiener Kunstschau 1908; Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs 1921; Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs 1923; Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerin- nen Österreichs 1936. Qu.: Mitteilungen Fr. Dr. Eva Schmidt-Kreilisheim, Enkelin, Sammlung d. Univ. f. an- gewandte Kunst Wien, Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien, Archiv der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Archiv Wien-Bibliothek, Gewista Plakatsammlung, Mitteilung von Prof. Dr. Heinz Decker, Deutsche Exlibris Gesellschaft.
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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