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Scanagatta | S 2841
Herkunft, Verwandtschaften: Familie der Wiener Mittelschicht.
LebenspartnerInnen, Kinder: Anfang der 1930er Jahre mit Erik Skala verheiratet, zwei Söh-
ne. Ihr Mann wurde kurz nach dem „Anschluss“ interniert. Ihm gelang die Flucht über die
Grenze, dennoch war er gezwungen, zunächst Frau und Kinder in Österreich zurück zu
lassen. Später gelang auch L. S. mit ihren Kindern die Flucht; die Familie wurde in England
wiedervereint und emigrierte 1939 mittellos in die USA.
Freundschaften: Trat unter anderem bei einer Veranstaltung von Mimi Grossberg am
14. 2. 1953 auf.
Ausbildungen: Studierte an der Technischen Universität Dresden Architektur, eine der ers-
ten Frauen die ein Diplom erhielt.
Laufbahn: Von Max Reinhardt entdeckt und in sein Schauspielensemble aufgenommen.
1934 tourte sie mit Reinhardt und seiner Produktion von Pirandellos’ „Sechs Personen su-
chen einen Autor“. Sie trat am Stadttheater Marienbad auf, in Brünn, Königsberg, Wien
und München und spielte ab Anfang der 1930er Jahre Nebenrollen in mehreren österreichi-
schen Filmen. Die antisemitische Verfolgung veranlasste sie 1938 über Belgien in die USA zu
gehen. Hier musste L. S., die in Österreich und zum Teil auch Deutschland ein gefeierter Büh-
nen- und Filmstar war, wieder ganz von vorne beginnen und nahm Gelegenheitsjobs wahr, um
die Familie zu ernähren. Durch ihr Sprach-Talent schaffte sie es auch, in den USA zunächst
auf Exilbühnen und dann am Broadway mit „Letters to Lucern“ und später auch bei Film
und Fernsehen Fuß zu fassen. Sie absolvierte Ende der 1940er Jahre zahlreiche Auftritte in
TV-Specials, ab 1953 in Hollywood. Ihr bekanntester Film sollte das 1963 produzierte Drama
„Lilien auf dem Felde“ sein, ein weiterer bekannter Film in ihrer Karriere war „Flashdance“,
1983 produziert. L. S. drehte bis ins hohe Alter Filme und stand auf der Bühne.
Ausz.: 1964 Exhibitors International Laurel Award, Oskar-Nominierung und Golden Glo-
be-Nominierung für Beste Nebendarstellerin in „Lilien auf dem Felde“, 1976 Emmy-Nominie-
rung für Beste Nebendarstellerin in „Eleanor and Franklin“, 1978 Nominierung für den Gol-
den Globe Beste Nebendarstellerin in „Der Tanzpalast“, weitere Nominierungen und Preise.
Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe); Judaica-Archiv/ÖNB.
L.: Cargnelli/Omasta 1993, Trapp/Mittenzwei 1999, Ulrich 2004, http://de.wikipedia.org/,
http://liliashow.homestead.com/
Scanagatta (Scanagatti) Francesca, verh. Spini; Offizierin
Geb. Mailand, Lombardei (Milano, Italien), 1. 8. 1776
Gest. Mailand, Lombardo-Venetien/Königreich Italien, (Milano, Italien), 1.1.1865
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Senator.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1804 Heirat mit C. Spini, Leutnant der Guardia presidenziale
der Cisalpinischen Republik, der 1815 in k. Dienste trat und 1831 als Major stirbt; vier Kinder.
Ausbildungen: F. S. genoss eine sorgfältige Erziehung. 1794 wollte ihr Vater ihren Bruder
Giacomo an der Militärakademie in Wiener Neustadt und sie selbst in einer Wiener Klos-
terschule unterbringen.
Laufbahn: F. S. legte, als Mann verkleidet, anstelle ihres Bruders an der Theresianischen
Militärakademie in Wiener Neustadt erfolgreich die Aufnahmeprüfung ab und war dann
„externer Frequentant“ der Akademie, das heißt, als Rekrut, der außerhalb der Akademie
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika