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Stadt Wien bis 1948 an der Standardisierung der Entwicklungstests für das Schulalter. 1948
übernahm sie die Leitung der neu gegründeten Schulpsychologischen Beratungsstelle der
Stadt Wien, untergebracht zunächst am Pädagogischen Institut der Stadt Wien, ab dem
Schuljahr 1949/50 in einem Klassenzimmer der Sonderschule für Sehgestörte in der Zin-
ckgasse. Es war dies die erste derartige Einrichtung in Österreich. Sie führte deren Aufbau
durch und blieb bis 1967 hauptberuflich im Schulpsychologischen Dienst tätig. 1949 erfolg-
te im Zuge der Maßnahmen der amerikanischen „Reorientation“-Politik in Österreich ein
zweimonatiger Studienaufenthalt in den USA, wo Ch. Sch.-D. in Kontakt mit der Legas-
thenieforschung kam. 1963 erlangte sie die Habilitation für Entwicklungspsychologie und
Pädagogische Psychologie an der Universität Innsbruck und wirkte bis 1970 als Lehrbe-
auftragte in diesen Fächern. 1966/67 bis 1972 arbeitete sie hauptamtlich als Professorin für
Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie und Soziologie an der Pädagogischen
Akademie des Bundes in Wien, wo sie danach bis 1976 als Lehrbeauftragte weiterwirkte.
1969 umhabilitiert an die Universität Graz, lehrte sie 1971– 81 in Graz und erhielt 1976 den
Titel „ao. Univ. Prof“. Sie gilt als Pionierin der SchülerInnenpsychologie in Österreich und
als wichtige Vorkämpferin der Legasthenieforschung.
Ausz., Mitglsch.: Mitglied der „Vereinigung sozialistischer Mittelschüler“; 1970 Silbernes
Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1980 Erneuerung des Doktorates
nach 50 Jahren an der Universität Wien, Der Bundesverband Legasthenie stiftete 1995 eine
„Lotte-Schenk-Danzinger-Medaille“, um die weitere Legasthenieforschung zu fördern.
W. u. a.: „Pflegemutter und Pflegekind. Phil. Diss.“ (1929), „Der Schulreifetest. Mit einer
Untersuchung über die Ursachen des Versagens im ersten Schuljahr“ (1933), „Entwicklungs-
tests für das Schuljahr“ (1953), „Die entwicklungsbedingten Schwierigkeiten des normalen
Kindes im Kleinkind- und Schulalter“ (1961), „Studien zur Entwicklungspsychologie und
zur Praxis der Schul- und Beratungspsychologie“ (1963), „Hg.: Handbuch der Legasthe-
nie im Kindesalter“ (1968), „Entwicklungspsychologie“ (1969), „Pädagogische Psychologie“
(1972), „Mögliche Verursachungen von Lern- und Verhaltensstörungen“ (1976), „Entwick-
lung. Sozialisation, Erziehung. Von der Geburt bis zur Schulfähigkeit“ (1984)
L.: Benetka 1995, Benetka 2002, Boyer/Sretenovic 1980, Fleck 1988, ÖNB 2002, Schnell
1980, Müller Reinhard: http://agso.uni-graz.at/marienthal/, http://www.sozpsy.uni-hanno-
ver.de/marienthal/
Scherer Marie (Ida Maria), verh. Sonnenthal; Krankenpflegerin
Geb. Berlin, Preußen (Deutschland), 28. 4. 1884
Gest. Bîr-es-Seba, Palästina (Beersheba/Beer Sheva, Israel), 9. 9. 1916
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Wilhelm Scherer (1841–1886), Germanist; Mutter:
Maria Scherer, geb. Leeder, Sängerin.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1905 Heirat mit Horace Sonnenthal (1884 –1918), Facharzt
in Mürzsteg, Steiermark.
Laufbahn: Nach ihrer Heirat eignete sich M. Sch. systematisch die Kenntnisse der Heilkunde
und Krankenpflege an und assistierte ihrem Gatten sogar bei chirurgischen Eingriffen. Nach
dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges übernahm ihr Mann als Chefarzt eine Rot Kreuz-Ab-
teilung an der serbischen Grenze, wohin sie ihm im November 1914 als freiwillige Pflegerin
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika