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Schilg(en) | S 2881
ren Sozialisten (unter dem Pseudonym „Lise Zellhoff“, vgl. Früh, S. 29 f.), Vorstandsmitglied
der Sozialistischen Akademiker (Fachgruppe für Juristen), Senatsrätin, geschäftsführende
Obfrau des VBSA von 1963 bis 1981.
Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe); Erzählte Geschichte, DÖW.
W.: Ausführliche Zusammenstellung der Publikationen siehe: „Früh Eckart: Veröffentli-
chungen von Elisabeth Schilder in: Keller, Heinrich et al (Hg.): Sozialarbeit und Soziale
Demokratie. Festschrift für Elisabeth Schilder“ (1979), „Gem. m. Reiner Ella: Was muß
jede Frau vom Recht wissen? Ein Ratgeber für die proletarische Frau. Hg. vom Frauenzen-
tralkommitee der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschösterreichs“ (1933), „Die
Bewährungshilfe“ (1982)
L.: Brandstaller 1979, Früh 1979, ÖNB 2002, Röwekamp 2005, Wolfgruber 2002, Frauen in
Bewegung: 1918 –1938 http://www.fraueninbewegung.onb.ac.at/, http://www.neustart.at/
Schilg(en) Maria Eva geb. Tremlin, verh. Lercher, Schmid; Buchdruckerin
Geb. 1681 oder 1682
Gest. Wien, 20. 8. 1759
M. E. T. heiratete den aus Innsbruck stammenden Buchdrucker Christoph Lercher, der 1687
in Wien zu drucken begann und von da ab Universitätsbuchdrucker war. Der Aufschwung
seines Betriebes wird auf die tatkräftige Mitarbeit seiner Frau zurückgeführt. Aus dieser
Ehe stammten der Sohn Michael und die Tochter Maria Susanna. Nach seinem Tod 1713
setzte M. E. mit Zustimmung des Consistoriums ihre bisherige Arbeit als Druckerin fort
und heiratete im selben Jahr den Buchdrucker Simon Schmid (geb. 1664 in Unter Mentzig
in Bayern), der am 4. 6. 1718 starb und einen Sohn, Johann Benedict Schmid, nachmals
Hofsecretarius, hinterließ. Sie führte die Druckerei mit viel Mühen weiter, druckte Predig-
ten, Dissertationen usw. und ging 1720 eine dritte Ehe mit ihrem Gesellen Johann Baptist
Schilg ein. Im Druckereibetrieb arbeitete sie fleißig mit und betrieb daneben noch Papier-
und Weingeschäfte. Die Druckerei war nun gut eingerichtet und brachte beachtliche Werke
wie z.B. die „Bibliotheca Windhagiana“ von Ferdinand Quarient oder die Zeitung „Mer-
curius“ heraus. 1741 kaufte die geschäftstüchtige Frau die Schönwettersche Buchdruckerei
(Kaufvertrag vom 7. 7. 1741) und übergab sie ihrer Tochter aus erster Ehe Maria Susanna
Lerch(er), die den Faktor Johann Jakob Jahn geheiratet hatte. Als am 9. 10. 1743 auch ihr
dritter Mann vor ihr starb (ihr Sohn aus dieser Ehe, Josef, war 1733 gestorben), führte sie
die Druckerei als Witwenfortbetrieb bis zu ihrem Tod im Jahr 1759 als geachtete Land-
schafts- und Universitätsbuchdruckerin allein weiter, wofür sie das Privileg erhielt (nach
ihrem Tod erhielt der berühmte Drucker Thomas Edler von Trattner die „landschaftlichen
Druckerei-Arbeiten“). Die gut ausgestattete, angesehene Offizin befand sich im Graf Golli-
schen Hause in der Weihburggasse. M. E. druckte Kalender, Namenbüchlein, Katechismen
u.ä., aber auch so bedeutende Werke wie die Schriften von Franciczek Meninski, einem
polnischen Orientalisten französischer Herkunft, der zeitweise als Hofdolmetscher in Wien
tätig war, sowie zwei Heiligenbiographien (P. Ribadeneiras „Historia … Ignatii de Lojola ...“
und die „Historia … Francisci Xaverii …“ des Horatius Tursellinus).
Sie starb am 20. 8. 1759 im Alter von 77 Jahren im Graf Sonnau’schen Haus am Franzis-
kanerplatz und hinterließ ein großes Vermögen. Universalerben waren ihre älteste Tochter
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika