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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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S | Schimanko2884 Schimanko Dora, geb. Schiff; Schriftstellerin, Gartengehilfin und Sekretärin Geb. Wien, 1932 Herkunft, Verwandtschaften: Urgroßvater: Max Schiff, jüdischer Kleinindustrieller, In- haber der Firma Gaivapol; Urgroßmutter: Caroline Schiff, geb. Schlesinger  – die beiden engagieren sich sozial (Ausspeisungen für die Armen, Gründung der „Wiener öffentlichen Küchen“ (WÖK) 1918); Onkel zweiten Grades: Sir Karl Popper (1902–1994), Philosoph; Großvater: Walter Schiff (1866–1950), Nationalökonom, Statistiker, Gründer und Leiter des Österreichischen Statistischen Zentralamtes, engagiert sich sozial („Wiener Settle- ment“), bringt Arme in Kontakt mit sog. Hochkultur, Mitbegründung eines öffentlichen Mädchenrealgymnasiums zur Förderung der Bildung junger Frauen, 1928–1934 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, ab 1934 Mitglied der illegalen KPÖ, 1930–1934 Vorsitzender des „Antikriegskomitees“ und Zweiter Präsident des „Bundes der Freunde der Sowjetunion“, 1933 führend im „Dimitroff-Komitee“ und für die „Rote Hil- fe“ der KP; Großmutter: Alice Friederike Schiff, Cousine ihres Gatten (1872 –1833); Tante: Grete Schiff (1899 –1923), Lehrerin; Onkel: Wolfgang Schiff (1900–196?), Ingenieur; Tante: Univ. Prof. Dr. Katharina „Käthe“ Schiff, verh. Dornberger, verh. Boll (1909 –1981), Phy- sikerin und Kristallographin; Mutter: Gertrude „Gertrud“ Schiff (1901–1980), Violinistin, Mitglied der KPÖ; Vater: Gottlieb Kaldeck (1866 –1941). LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratet Georg Schimanko (* 1925); ein Sohn, eine Tochter, drei Enkelkinder. Ausbildungen: Vorschule in Birmingham, Volksschule in London und Lockridge; Deutsche Reformschule in Oxford; besucht 4 Klassen lang das Gymnasium; Handelsschule, Gärtner- lehre, Gesellenprüfung. Laufbahn: Aufgewachsen in einer wohlhabenden jüdischen Familie, deren Mitglie- der sowohl durch künstlerische und musische Betätigungen als auch durch ihr soziales Engagement hervorstechen, ist D. S. schon früh von Gedanken der sozialen Gerechtigkeit beeinflusst. Aufgrund seines politischen Aktivismus wird der Großvater nach dem Februar 1934 aus allen beruflichen Ämtern entlassen; 1936 wird die Familie Schiff enteignet, die Familienwohnung bleibt jedoch bis 1938 wichtiger konspirativer Treffpunkt der illegalen Kommunisten und Revolutionären Sozialisten. Nach dem „Anschluss“ 1938 muss die Fa- milie flüchten, die erst sechsjährige D. S. wird im November mit einem Kindertransport zusammen mit rund 800 weiteren Kindern nach England geschickt. Der geliebte Großvater holt sie in London ab und schickt sie weiter zu ihrem Onkel in Birmingham, der bereits die britische Staatsbürgerschaft besitzt. Da sie kein Englisch spricht, muss sie hier mit vier- und fünfjährigen Kindern die Vorschule besuchen. Sechs Wochen später erreichen auch die Eltern Birmingham. D. S. zieht mit ihnen in den Nordwesten Londons, wo sie der Kul- turschock trifft; die fremde Umgebung und die Sprachprobleme machen D. S. unglücklich, sie hat Probleme in der Schule. Noch vor dem Blitzkrieg wird sie zu einer alten Erzieherin aufs Land, nach Lockridge geschickt. Die Erzieherin hat zuvor adelige Kinder aufgezo- gen und wendet strenge Methoden an. D. S. wird zum ersten Mal mit strenger christlicher Religiosität konfrontiert und mit dem Rohrstab misshandelt, worunter sie schwer leidet. Die Eltern haben schon Fahrkarten in die USA, als D. plötzlich Masern bekommt und die Familie in England bleiben muss. Nun kommt D. S. zu ihrer Tante und deren Familie nach
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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