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mer 1919 eröffneten „Künstler-Werkstätten für Kunst und Mode“ als Lehrerin verpflich-
tet. Die nach dem Vorbild der „Wiener Werkstätte“ gegründete Kunstschule hatte je-
doch nur kurzen Bestand. Ihr Hauptarbeitsgebiet war der Holzschnitt, z. T. in strengem
Schwarz-Weiß-Kontrast. Secessionismus und Affinität zur poetisierenden Flächenkunst der
Nabis traten gegenüber hieratischen Formvorstellungen zurück, die mit expressionistischem
Pathos realisiert wurden. Die Stilisierung von Tieren und Blumen sollten vorrangig esoteri-
sche Inhalte zeigen. Sie schuf auch Wandfresken, Altarbilder u. a. in Salzburg, die während
der NS-Zeit vernichtet wurden.
Ausz., Mitglsch.: 1904 silberne Medaille auf der Weltausstellung in St. Louis; Mitglied des
Verbandes bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen „Wiener Frauenkunst“ und
der Gruppe „Wassermann“, für die sie 1919 ein Plakat entwarf. In Paris wurde E. Sch.s
Arbeit beeinflusst von Kees van Dongen.
Qu.: Archiv VBKÖ, Wien.
W.: „Himmelhoch. Bilderbuch“ (um 1908)
L.: Bénézit 1948–55, Fuchs 1976 –77, Haslinger/Mittermayr 1987, Heller 2008, Keckeis/
Olschak Bd.2, 1954, ÖBL, Thieme/Becker 1992, Vollmer 1992
Schlegel (von Gottleben) Dorothea, geb. Brendel Mendelsohn, gesch. Veit, Dorothea
Friederike; Schriftstellerin und Übersetzerin
Geb. Berlin, Preußen (Deutschland), 24. 10. 1764
Gest. Frankfurt a. Main, Frankfurt-Freie Stadt (Deutschland), 3. 8. 1839
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Moses Mendelssohn (1729 –1786), Philosoph; Mutter:
Fromet Gug(g)enheim (1737–1812); neun Geschwister.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1778 wurde sie nach traditionellem Ritus mit einem von den
Eltern gewählten Mann, dem Kaufmann und Bankier Simon Veit (1754 –1819), verlobt, den
sie 1783 auch heiratete; Kinder: Jonas (später Johannes) Veit (1790 –1854), Feibisch (später
Philipp) Veit (1793–1877), beide später Maler. Zwei weitere Söhne erreichten nicht das Er-
wachsenenalter. Simon Veit überließ seiner Frau entgegen den gesellschaftlichen Konven-
tionen der Zeit nach der Scheidung 1799 den jüngeren Sohn – unter der Bedingung, dass
sie sich nicht wiederverheirate, taufen ließe oder den Sohn christlich erzöge. Im Salon ihrer
Jugendfreundin Henriette Herz hatte sie 1797 den Dichter Friedrich Schlegel (1772–1829)
kennen gelernt. Ab 1804 war sie mit ihm verheiratet.
Ausbildungen: Sie erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung, vom Vater unter anderem in
Philosophie unterrichtet. Ihre schriftstellerischen Arbeiten lassen auf umfangreiches Litera-
turstudium und gute französische Sprachkenntnisse schließen.
Laufbahn: Ab ca. 1797 nannte sie sich Hertha. Nach der Trennung von ihrem ersten
Mann zog sie mit ihrem Lebensgefährten Friedrich Schlegel, seinem Bruder August Wil-
helm und dessen Frau Caroline nach Jena, um dort, wo sich ein Zentrum der literarischen
Romantik etablierte, eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft zu bilden. 1802 gingen D.
und Friedrich nach Paris. 1804 ließ sie sich evangelisch taufen und beide heirateten. Im
selben Jahr gingen sie nach Köln, wo sie 1808 gemeinsam zum Katholizismus konvertier-
ten. Als Friedrich Schlegel 1808 in Wien Hofsekretär wurde, folgte sie ihm und machte
Österreich für die folgenden zwanzig Jahre zu ihrer zweiten Heimat, unterbrochen von
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika