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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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S | Schmid2910 Jesuitentheater. Wie die Drucker in Feldkirch vor ihm geriet auch er in finanzielle Schwie- rigkeiten  – von 1740 ist eine Aussage der E. Sch. vor dem Rat der Stadt Feldkirch erhalten, dass ihr Mann sie wegen seiner Schulden verlassen habe. E. Sch. vulgo Buchdruckerin starb 1768 in Feldkirch. L.: Somweber 1979 Edith Stumpf-Fischer Schmid Hildegard, geb. Riess, Hilde; „Galina“ (Partisanenname); Funk- und Fallschirmagentin Geb. Wien, 19. 1. 1921 Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Adolf Riess, Schutzbundkommandant (Rasenstadt), mehrjährige KZ-Haft, 1955 an den Folgen verstorben; 3 Brüder: Eduard, Walter. LebenspartnerInnen, Kinder: 1940 Heirat mit dem Bulgaren Tschulew, später Freiwilliger der Bulgarischen Befreiungsarmee, starb an der Front; Tochter: Radka, starb als Baby (1942). Ausbildungen: 1927–1934 Volks- und Hauptschule in Wien, Besuch der deutschen Mit- telschule und Dreherlehre in Moskau, Abendkurse in Maschinenbau, Abschluss wegen Krankheit nicht möglich, später Buchhaltung. Laufbahn: Nach der Verhaftung des Vaters wurde H. Sch. durch die „Rote Hilfe“ noch im April 1934 zu einer Pflegefamilie nach Prag geschickt. Im Sommer 1934 kam sie zur Erho- lung in ein Pionierlager und hatte dort erstmals Kontakt mit KommunistInnen. Im August 1934 kam sie mit einem Kindertransport in die Sowjetunion. Sie lebte bis 1937 in Moskau im Schutzbund-Kinderheim, später übersiedelte sie ins werkseigene Gemeinschaftshaus. Durch eine schwere, langwierige Erkrankung 1939 war ihr Lehrabschluss nicht möglich. 1939 kam sie ins „Büro der Roten Hilfe“, wo sie Buchhaltung erlernte. Während des Krie- ges lebte sie mit ihrem Baby in Stalingrad, wo sie im Personalbüro einer Konservenfabrik arbeitete. Danach ging sie mit dem Kind und ihrer Freundin, der Politemigrantin Erna Rausch (Fekonja) und deren Mutter über Astrachan nach Gurjew/Kasachstan. Nach dem Tod ihrer Tochter übersiedelte sie nach Aktjubinsk und meldete sich freiwillig zum Einsatz im Hinterland. Sie kehrte nach Moskau zurück und machte eine Ausbildung zur Funkerin. Bei ihrem Absprung über Banska Bystrica/Slowakei 1944 geriet sie mit ihrer Gruppe in ein Feuergefecht mit deutschen Truppen. Sie versteckte sich im Wald, wurde verraten und von den Deutschen gefangen genommen, in Bratislava inhaftiert und wegen Hochverrats angeklagt. Nach der Überstellung nach Wien folgten bei der Gestapo 14 Tage Dunkelhaft und Folter. Danach wurde sie zu sogenannten Funkspielen, d. h. zur Übermittlung fingierter Funksprüche, gezwungen, u. a. gemeinsam mit Hilde Mraz. Inzwischen wurde sie schwan- ger von einem tschechoslowakischen Partisanen, der der Gestapo ihre wahre Identität ver- riet. Zu Kriegsende u. a. gemeinsam mit den Funkerinnen Hilde Mraz und Aloisia Soucek in das Gefängnis Krems evakuiert. Von dort gelang ihr die Flucht und Rückkehr nach Wien. Mitglsch.: 1927 Mitglied der „Roten Falken“ in Wien Favoriten, Gruppe Rasenstadt. Mit- glied der internationalen Pioniere. Qu.: DÖW. L.: Schafranek 1998 Christine Kanzler
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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