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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Erfolge seiner Regieningszeit wurden durch die Mißerfolge oftmals in den Schatten gestellt. Trotzdem diese begeisterte Ergebenheit seinerVölker, die stets wieder auflebte und ihn bis zumSchluß seiner fast siebzigjährigen Regierung begleitete. Die Untertanen der ver- sunkenen Monarchie hatten eben ein mächtiges Autoritäts- imd Be- geisterungsbedürfnis, sowie einen religiösen, dem Transzendentalen zustrebenden Sinn! — Gleich bei meinem ersten Vortrag meldete ich dem Kaiser, daß ich an die effektive Ausgestaltung des neuen Wehrgesetzes mit einer wichtigen organischen Schöpfung herantrete: die endgültige Lösung der Unteroffiziersfrage. Es erscheint vielleicht unglaublich, war aber doch so, daß man zur zweijährigen Dienstzeit gelangen wollte, ohne vorher ein tüchtiges, verläßliches imd genügend zahlreiches Berufs- unteroffizierskorps geschaffen zu haben. Was sich meine Vorgänger und die Landesverteidigungsminister gedacht, weiß ich nicht. Tat- sache war, daß man nichts anderes versucht hatte, als ausschließlich im Wege seinerzeitiger Zivilanstellimg den Anreiz zu einer freiwilligen Fortsetzung des aktiven Dienstes zu bieten. Man ahmte da wieder ängstlich das Beispiel Preußen-Deutschlands nach, ohne mit der großen Verschiedenheit der kultvurellen und staatlichen Grundbe- dingungen zu rechnen. Der naheliegende Gedanke, daß der Unter- offizier der Hauptsache nach wieder das werden sollte, was er früher gewesen, in das er sichvon Jugend an hineingedacht hatte, war merk- würdigerweise niemandem beigefallen. Nach eingehendsten Studien und Erhebimgen, wobei auch die Erfahrungen und Lehren der Aus- imd Rückwanderung mit den daraus resultierenden personellen Er- sparnissen in Betracht gezogen wurden, kam ein Schlüssel für eine Kapitalsabfertigung zustande, der demaustretendenUnteroffiziereine genügendes Betriebskapital zuführte und das Budget nicht zu sehr belastete. Nach diesem Modus gab's Berufstmteroffiziere als An- wärter auf Zivilanstellungen mit geringer Abfertigungssumme und solche, die auf staatliche oder private Dienstposten nicht reflektierten, dafür aber eine relativ bedeutende Abfertigungssimime erhielten. Für die vielen komplizierten imd schwierigen Erhebungen fand ich an dem Vorstand der zweiten Abteilung, Oberst Aust, einen ganz vortrefflichen Mitarbeiter. Ich hatte große ]\Iühe, diese Aktion durchzusetzen. Die Minister- koUegen waren diesmal zwar nicht allzu bockig, da sie schließlich einsahen, daß die Durchführbarkeit der Wehrreform davon abhänge. Somit beruhigten sie ihr ,,auf den Schönaichschen Pakt" eingeschwo- renes Gewissen,um somehr als die Kosten noch in denRahmen dieses Paktes fielen. Dafür kamen die militärischen Autoritäten mit Be- II .'Vuffenbeig l6l
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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