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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 163 -
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Dr. Szüllö. Mit meinem Kollegen, dem Landesverteidigungsminister Hazaj, konferierte ich lange, mid wireinigten uns fast inallen Fragen. Erst kürzlich zum Feldmarschalleutnant ernannt, überdauerte er mich durch die Gimst des Monarchen nicht nur als Minister, sondern auch in der militärischen Karriere, wo er es leichten Weges zum Generalobersten brachte. Mein Budapester Besuch wurde in der imgarischen Presse lebhaft kommentiert. Da es sich um meine Person handelte, natürlich nicht in wohlwollender Weise. Durch die vielfachen Preßangriffe und in Würdigung des großen Einflusses der Presse, faßte ich den Entschluß, inmeinem jMinisterium ein Preßbüro einzurichten. In allen anderen Armeen waren solche tätig,umdie öffentlicheMeinung aufzuklären, so weit wie möglich zu lenken und um mit der Journalistik in Verkehr zu treten. Überdies beabsichtigte ich, für die Armee selbst, für Militärschulen, Unter- offizierkasinos, zur Lektüre der Mannschaft, eine Literatur zu grün- den durch Ausforschtmg tmd Redaktion passender Bücher und Schrif- ten. Zum Leiter dieses Büros wählte ich den als Müitärkritiker und Schriftsteller bekannten Oberstleutnant des Generalstabes von Hoen und teüte das Büro in eine spezifische Preß- und in eine.literarische Abteilung ein. An Arbeitskräften mangelte es nicht, da in der Armee viele Schriftsteller zu findenwaren. Bartsch, Kapus, RudolfJeremias Kreutz (Kriz), Auer von Waldborn u. a. erfreuten sich schon damals eines weitgehenden Rufes. Diese Schöpfung, sowie die ihr dienende ,,iVIilitärische Rundschau" wurde vom ersten Moment an heftig be- kämpft. Der größte Teil der Presse sah darin eine unerwünschte Konkurrenz, desgleichen die Preßbüros der anderen Ministerien, speziell jenes des Ministeriums des Äußern und des ungarischen Mi- nisterpräsidiums. Daher erlebte ich mit dem Büro wenig Freude, wohl aber viel Verdrießlichkeit, die oft von den allermaßgebendsten Stellen ausging. So konnte ich die Sache nicht genügend stützen, und da ich just in jener Zeit auch mit so vielfachen andern Schwierig- keiten zu kämpfen hatte, ließ ich schließlich eine Restrinktion dieses Büros zu. Am 20. Oktober fuhr ich mit Krobatin und den obersten Ver- tretern der Artilleriesektion auf das Steinfeld bei Wiener-Neustadt zur Besichtigvmg des in Erprobung stehenden 30,5 cm-Mörsers und der mit Schutzschilden zu versehenden altartigen Feldhaubitzen. Dieser Tag bildete einen ganz besonderen Markstein, sowohl für meine ministerielle Tätigkeit, als auch für die Ausgestaltung der Ar- tillerie. Daher will ich dieUmstände, diemichdamalszu tiefgreifenden tmd folgenschweren Entschlüssen bewogen, näher schildern. "• 163
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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