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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 168 -
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Am Gefechtsfeld von Bezecca z. B,, wo 1866 die Garibaldianer von den Unsrigen tüchtig verhauen wurden, fand ich das einfache aber stimmungsvolleDenkmal in recht verletzender Art besudelt und mit Epigrammen versehen, Drolligerweise wurde dabei auch die tripo- litanische Aktion in schwungvollen Versen verhimmelt, obwohl just damals die beutesuchenden Italiener nichts als Mißerfolge einheimsten. Dem Ortsvorstand und dem Kuraten gegenüber, auf dessen Grund und Boden das Denkmal stand, äußerte ich unverhohlen meine Em- pörung, die diese de- und wehmütig entgegennahmen. Dagegen über- raschtenmichanmehrerenOrtenDeputationen derverstreutliegenden deutschen Gemeinden, einmal auch I^adiner, mit treuherzig vorge- brachten lyoyalitätsbezeugungen. Sie ließen sich auch weidlich über die ,,Signori" aus, während sie über die welschen tirolischen Nachbar- gemeinden meist nur Gutes zu sagen wußten. Doch eine Stimme herrschte darüber, daß wir jenseits der Grenze mit einem ausge- sprochenen, künstlich gezüchteten Haß zu rechnen hätten. In Trient lag damals das Infanterieregiment Nr. 28 in Garnison, dessen Inhaber der König von Italien war, und in das ich, fast auf den Tag genau, 40 Jahre früher als I^eutnant eingetreten war. Ich nahm die Einladung des Offizierskorps zu einem Abendessen gerne an. Viele klingende Ansprachen wurden gehalten, und mein treues Gedächtnis feierte Erinnerungen. Drei Jahre später büdete dieses Regiment einen Bestandteil meiner Armee und schlug sich wacker in der Schlacht bei Komarow. Der verschiedensten Eindrücke voll, kehrte ich nach Wien zurück und warfmichaufdiedarausresultierendenErwägungenundArbeiten. Dies hinderte mich jedoch nicht, mit meiner Frau in die gesell- schaftliche Welt zu treten. Die Gunst des Thronfolgers, die die Le- gende noch vergrößerte, verbunden mit den Antezedenzien meiner Ernennung, ließen uns der Wiener Gesellschaft interessant erscheinen. An den Empfangstagen füllte sich mein Arbeitszimmer, später auch unser Salon mit Besuchern, Petenten und sonstigen Personen und Persönlichkeiten, vielfach auch solchen, die etwas haben wollten oder eine Fürsprache bei Franz Ferdinand erbaten. Wir waren raschestens emporgehoben, und ich war der ,,providentielle Mann" geworden. Alle Erzherzoge meldeten sich beim Kriegsminister. Es kamen die Botschafter, Gesandten und Müitärattachees, und es kam auch nicht selten der erste Obersthofmeister des Kaisers, Fürst Monte- nuovo. Nicht meiner schönen Augen wegen—, wohl aber,um seinem Allerhöchsten Herrn über mich zu berichten und um— die Garde- abteilungen vom Hofärar abzutrennen. 168
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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