Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 174 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 174 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Bild der Seite - 174 -

Bild der Seite - 174 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Text der Seite - 174 -

Objektivität auch in allen andern offiziellen und privaten Darstel- lungen obwalten möge, die sich mit dieser geschichtlichen Persön- lichkeit befassen und befassen werden. Vor allem darf nicht verkannt werden, daß noch selten einMann in so schwierigeLage gestelltwurde wie er, imd daß erwiederholt dieKonsequenzenausSituationenziehen und tragen mußte, die gegen seinen Willen tmd gegen seinen Rat entstanden waren. Es kann auch nicht in Abrede gestellt werden, daß er Großes leistete, und daß ihm eine Reihe glücklicher Impro- visationen zu danken war. Sein Wollen und Bestreben standen aber nicht immer im Einklang mit den zu Gebote stehenden Mitteln, auch wurde ihm wiederholt nicht jene Unterstützung geleistet, auf die zu hoffen er berechtigt war. Conrad war von der Überzeugung durchdrungen, daß dem Staate eine kriegerische Auseinandersetzung nicht erspart bleiben würde, wenn das Reich sich nicht freiwillig den Todesstoß geben wollte. In dieser Überzeugung trat der Chef des Generalstabes für eine solche Auseinandersetzung ein, als die inner- imd außenpolitische Situation ihm hierfüram günstigsten schien. Daraus kann ihm niemand einen Vorwurf machen, der nicht die Nihilisierung des Staatswesens an- gestrebt hat oder jetzt post festum sich hierfür bekennt. Weit eher könnte, ja muß man ihm daraus einen Tadel machen, daß er die kriegerische Auseinandersetzung in jenem verhängnisvollen August 1914 zuließ, wo sein Geist und seine Detaükenntnisseihm doch sagen mußten, daß das Problem kaum lösbar sei. Da mag vielleicht zu allem andern auch sein brennender, durch Stimmungsmomente ge- stachelter Ehrgeiz die Oberherrschaft über kühle Erwägung erlangt haben. Die Aufgabe, die ihm daraus erwuchs, obendrein noch an der Seite des Erzherzogs Friedrich, war eine ungeheure. Bei aller Höhe, die Conrad von Hötzendorf erklommen, ist sein Schicksal ein tragisches geworden, wie das des Staates, dessen Ge- schick in der schwierigsten Stimde in seine Hand gelegt war. Nur eine streng sachliche, wissenschaftliche Durchforschung wird er- weisen, ob und wieweit dieser Tragik auch eine tragische Schuld zugrunde lag. DieSchildertmgderEreignissewiederaufnehmend,mußichberichten, daß bei einer Ministerkonferenzam 14. November meine Herren Kol- legen der I^ösung der Unteroffiziersfrage freundlicher gegenüber- standen. Allerdings nur unter meinem Hinweis, daß ich mich ohne deren Regelung gegen das System der zweijährigen Dienstzeit aus- sprechen müsse. Weiter wurde die bereits intendierte Reorganisation der technischen Truppen in Angriff genommen. Das Prinzip der da- mals bestandenen Einheitspioniere war mir niemals verständlich. Wo 174
zurück zum  Buch Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung"
Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Aus Österreichs Höhe und Niedergang