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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 175 -
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doch allüberall der Grundsatz der Arbeitsteilung zur Geltung ge- langte, sollte just bei den so komplizierten militärtechnischen Ar- beiten eineTruppe— also eine Arbeitskraft— alles leisten: Wasser- dienst, Landdienst, Befestigungsarbeiten jeglicher Art, IVIineurdienst usw. Alles sollte von einer Truppe in gleicher Fertigkeit betrieben werden. Dies konnte natürlich nur durch Verwässerung dieser Dienst- zweige geschehen. Ich ging daran, die Trennung nach den Haupt- richtlinien : Wasser- bzw. Kommunikationsdienst und Land-bzw. Be- festiguugsdienstzubewirken.^Die technischenTruppen, ausschließlich jener für Eisenbahn-, Telegraphen- undFlugwesen, wurdenin Pionier- und Sappeurbataillone gegliedert, wodurch wieder an die spezifischen Pionier- bzw. Genietraditionen angeknüpft werden konnte. Derartig organisiert, bewährten sich diese Spezialtruppen im Weltkrieg hervor- ragend. In jenen Tagen fand in der kaiserlichen Familie ein Fest statt, das in der Folge für die ganze Monarchie von weittragender Bedeu- tung werden sollte. Der präsumtive Thronfolger, Erzherzog Karl Franz Josef, heiratete die Prinzessin Zita von Parma. Bei dem nmi einmal bestandenen, ganz überragenden Einfluß, den die Dynastie in dem versunkenen Donaustaate ausübte, war dieses Familien- ereignis von um so größerer Bedeutung, als sehr bald zu erkennen war, daß die jugendlicheErzherzogin undKronanwärteringewilltund auch in der Lage war, eine in der Verfassung zwar nicht begründete, tatsächlich aber um so einschneidendere Einwirkung auf die künftige Herrschertätigkeit ihres Gemahls auszuüben. Ursprünglich diekaum gekanntePrinzessin eineskleinen, depossediertenHofes^), trat ihrEin- fluß, sowie der ihrer Mutter, der Herzogin von Parma, gleich vom ersten Moment an dadurch in Erscheinimg, daß sie ihre romanische Sympathie und Geistesrichtung in ungeschminkter Weise zur Gel- tung brachte. Den besonderenVerhältnissennachwar dieseVerbindung einStaats- akt, und bei Beurteüung desselben bzw. der Folgeerscheinimgen kann daher das größere oder geringere Famüienglück keine Rolle spielen. Um so weniger als— wie erwähnt— das junge Paar ent- 1) Im großen Publikum fand die getroffene Wahl wenig Beifall. Allgemein war die Meinimg, daß der künftige Thronfolger eine glänz- imd wertvollere Verbindimg hätte eingehen sollen. Speziell die deutschen Schichten dachten da immer wieder an eine AlHanz mit dem Hause Hohenzollern. Die Fama erzählte dann, daß der Protektor der gewordenenVerbindung der—Erzherzog Franz Ferdinand gewesen sei. Man erklärte dies in der Weise, er sei der An- nahme gewesen, daß hierdurch seinen weitschauenden ehrgeizigen FamiMen- plänen der geringste Widerstand entgegengesetzt werden würde. Nim, das Schicksal hat dann da gründlich Wandel geschaffen.
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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