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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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alles glatt ablief, und dann die zerschmetternde Wirkungsfälligkeit dieser Mörser gleich im Beginn des Krieges aller Welt vor Augen geführt wurde, meldeten sich zwei Väter: Conrad und Krobatin! Byzantinisch dienstbeflissene Journale fanden sich auch sofort, um diesen in Amt und Würden stehenden Männern Weihrauch zu streuen, währenddem alle öffentheben ^Mitteilungen, die den wahren Sachverhalt darstellten, von der Kriegszensur unnachsicht- lich gestrichen wurden, an deren Spitze der Feldzeugmeister Schleyer stand. Die Delegationsverhandlungen gingen ihren durch die äußern Ver- hältnisse beflügelten Gang weiter, und die Delegierten waren freund- lich genug, dem jVIinister des Äußern keinerlei Vorwürfe zu machen ob der kriegerischen Überraschung, die ihnen so urplötzHch beschie- den worden war. Allerdings mußten sie sich im Innern sagen, daß sie überrascht sein wollten, da doch nur sanft khngende Schalmeien akzeptiertund mit Beifall begrüßt wurden. Ich wies für meine Person auf den ,,Turmwächter" hin, ,,den die biedern Bürger von Schiida ge- drosselt, weil er in der Nacht ein Schadenfeuer avisiert hatte". Man gab mir auch vielfach recht, und so beschlossen wir, Stürgkh und ich, den außerordentlichen ICredit von 250 IVIillionen nochmals in einem ad hoc einzuberufenden Ministerrat einzubringen und ihn dann in das Budget 1912 einzustellen. Es gelang! Wenngleich mit Schwie- rigkeiten, denn im Gegensatz zu seinem österreichischen Kollegen, Grafen Zaleski, konnte sich's Teleszky, der ungarische Finanzminister, auch bei dieser Gelegenheit nicht versagen, nörgelnd und störend auf- zutreten. Die kriegerischen Ereignisse auf dem Balkan hatten ihren Anfang genommen, und man gewann sofort den Eindruck, daß die Türkei in die Hinterhand geraten würde. Der Chef des Generalstabes, Schemua, plädierte für großzügige Rüstungsmaßnahmen und wollte, wenn schon keine allgemeine Mo- bilisierung, doch wenigstens die der unteren Korps ins Werk setzen. Er unterbreitete auch eine diesbezüghche Denkschrift dem Kaiser. Doch ich wollte dem nicht beipflichten, bevor man über die ein- zuschlagende Richtimg bestimmte Konklusionen ziehen könnte. Mobihsienmgen, wenn auch nur teilweise bewirkt, bringen das Rad leicht ins Rollen— oft auch gegen die eigene Absicht— und kosten auf jeden Fall ein unbändiges Geld. Über die Direktion war man aber noch gänzlich im unklaren. Politisch überrascht, war es den Regierungen und Parlamenten glücklich gelungen, die miHtärischen Vorsorgenund Ausgestaltungen zu behindern, undnun war es schwer, zu einem Entschluß zu kommen. Zudem schien die Situation so 207
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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