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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Vor allem, war es wieder die Artillerie, die mir im Sinn lag und die gerade bei einem Waffengang mit Rußland zu entscheidender Geltung kommen würde. Da fanden nun meine Bestrebungen— der Wahrheit die Ehre— an dem Vorstand der lo. Abteilung einen vor- trefflichen Interpreten. Ich hebe dies aus dem Grund hervor, weil just dieser Mann drei Jahre später sich meinen bösesten Feinden anreihte. Ich beschloß, sofort 76 Feldkanonenbatterien aufzustellen. Wie vorauszusehen,fandensichgleichWidersacher, darimtermerkwürdiger- weise auchVertreterderLandes-Verteidigungs-^Iinisterien, obwohl die Armeeeinheiten der beiden Landwehren den größten Nutzen daraus ziehen sollten. Leicht ging die Aufstellung nicht vonstatten. Die Kanonen waren wohl vorhanden, doch alles andere mußte beschafft werden: Offiziere, Mannschaft, Pferde, Rüstungen, Geschirre, Mu- nition, Reservevorräte usw. Vor allem aber mußten Widerstände, die von vielen hohen und höchsten Stellen kamen, besiegt und auch die unbedingte Notwendigkeit klargemacht werden, daßman mehrere Wochen derÜbergangszeit mit inKaufund Risiko nehmen müßte. All dies wurde übertaucht, undbei der unter Vorsitz des KaisersinSchön- brunn stattgefundenen Schlußkonferenz wurde das Projekt endgültig angenommen. Sechs Wochen später standen dann die 76 Batterien bespannt da. Das bedeutete rund 30 Prozent des damaligen Gesamt- standes an leichten Feldbatterien, ferner die weitaus größte artil- leristische Ausgestaltung, die je im Frieden in Österreich-Ungarn stattgefunden hatte. Im Verein mit den von mir aufgestellten zwölf Automörserbatterien sollte daraus aber nicht mehr und nicht weniger resultieren, als die Rettung Österreich -Ungarns vor dem ersten Russensturm im Weltkrieg. Nach meiner Demission wurde dann bis tief in den Feldzug hinein nicht e in Geschütz neu aufgestellt, ebenso wie Dezennien vorher alle meine Vorgänger wohl debattiert, gejammert und vom , »Verdorren der Armee" gesprochen, aber sich doch nie zu einer einschneidenden Handlimg emporgerafft hatten. Und wenn mir als Lohn meiner Tätigkeit, 14 Tage nach der Schönbrunner Konferenz, auch nichts anderes als die Demission zu- teil wurde, ließ ich's unentwegt gelten, im Bewußtsein, dem Vater- land gedient zu haben. Selbst der Gedanke ließ mich kalt, daß durch höfische oder sonstige Einflüsse mir niemals Gerechtigkeit werden würde. Der Lohn der Tat ist, daß sie den Ausführenden frei macht und frei wegsehen läßt über Bosheit und Neid. Anfang November fand in Budapest die zweite, genau genommen die dritte Delegationssitzung dieses Jahres statt, wobei das Budget pro 1913 erledigt werden sollte. Da die großen Nachtragsforderungen 812
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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