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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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entließ mich gnädig und freundlich wie immer und versicherte mir sein stetesund unbedingtes Vertrauen. Ich glaubte daran, wenngleich mich schon ab und zu Zweifel beschlichen. Tagebuch: ,,13. November. Fahrt nach Hajmasker (Artillerie- schießplatz), um den Delegierten unser Artilleriematerial zu zeigen. Sowohl das dermaUge als auch das projektierte. HerrHches Herbst- wetter! Glück muß man haben! Produktion hat mich befriedigt, da die Rückständigkeit unseres Materials, besonders der Haubitzen, allen deuthch wurde. Die Munition funktionierte nicht klaglos. dadurch bedrückt. BegreifHch. Er ist ja der jahrelange Referent. Den Delegierten imponierten die 30,5cmAutomörser ganz gewaltig. Nettes Dejeimer in der großen Artillerieoffiziersmesse. Kleine Verstimmung (TaHan) wegen „nur deutscher" Aufschrifts- tafeln in der Kaserne. Ansonsten herzHcher Verkehr mit allen Dele- gierten, speziell SoHmossy, Pejacsevich, SzüUö usw. Heimfahrt bei strömendem Regen. 14. November. Besprechung wegen ungarischer Kauonenfabrik. Miklos meint, daß ]VliHtär-Aerar Dios — Györ übernehmen soll. Das erscheint mir aber viel zu riskiert. Winterschutzmittel werden mir vorgeführt. Da heißt's, sich rasch entscheiden. Wie leicht kann man fehlgreifen. Geld besitze ich hierfür auch keines. Doch dies darf im jetzigen Moment keine Rolle spielen. Expose im Wehraus- schuß der österreichischen Delegation. Glatt abgelaufen. Die Christ- lich-Sozialen, vor allem Rienössl, wollen, daß ich den Offizierskorps die Selbstliilfsvereine verbiete. Fällt mir gar nicht ein! Haben wir denn kein Recht ? Dochmuß ich vorsichtig antworten. Diese ,,staats- erhaltenden, regierungsfreundlichen" Parteien muß man schön strei- cheln. Sie meinen's übrigens gar nicht so böse. Müssen eben auf ihre Wähler Rücksicht nehmen. Der Tscheche Choc kommt mit einer Soldatenmißhandlung bei einem Infanterieregiment. Falls es dem Tatsächlichen entspricht, werde ich ihnen schon aufmischen! Schwei- nerei! Und noch dazu bei den braven Kroaten! Glänzendes Souper beim Ministerpräsidenten Dr. Lukacs. Die Hausfrau, eine geschiedene Frau Herz, zwischen zwei VHeßrittern! Hat's hoch gebracht! Aber zweifelsohne, sie und ihre 17jährige Tochter reizend. Mein Tischnachbar, Justizminister Dr. Szilagyi, möchte mir so „entre poire et fromage" ein kleines Konzessiönchen in der Sprachenfrage der neuen Militärstrafprozeßordnung abschmei- cheln, worauf ich natürhch nicht eingehe. 15. November. Morgens wie gewöhnHch bei Berchtold, der in der Königsburg wohnt. Scherzweise überreiche ich ihm ein Sträußchen zu seinem Namenstag. Laß es auch niemals an Aufmerksamkeit 216
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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