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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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menteskam es während des Bahntransportes nach Galizien zu ernster Renitenz. Es wurden sofort scharfe Repressivmaßnahmen getroffen. Nur kamen auch diesmal die eigentlichen Urheber der Agitation mit einem blauen Auge davon. Ich erheß ein Rundschreiben an die Kommandierenden Generale, darin ich sie ersuchte, die auswärtigen Stationen häufig zu inspizieren. Weniger um die taktische Ausbil- dung zu kontrollieren, als um auf den Geist zu wirken. So ähnlich wie ich es als Kommandierender General in Sarajewo gehalten hatte. Dieses Zirkular kam zur Kenntnis des Kaisers, dem irgendein Passus darin nicht gefiel. Sein Mißfallen verdichtete sich in einem Brief des Generaladjutanten Baron Bolfras an mich, der an ungeschminkter Deuthchkeit nichts zu wünschen übrig Heß. Da der Genannte sich hierbei auf eine „Allerhöchste Willensmeinung" berief, koimte ich dagegen nichts tun. Daß dies wieder ein Versuch sei, mich in „huld- voller Weise" zu einem selbständigen Rücktritt zu veranlassen, kam mir nicht in den Siim. Bei meinen sachlichen Erfolgen konnte ich einfach nicht begreifen, daß das rein persönliche I^Ioment in so kri- tischer Zeit eine derartige Gewichtsdifferenz erbringen köime. Und mag es despektierlich, mag es revolutionär klingen, in jenem Mo- mente bekümmerte ich mich weder um Sympathie noch um Anti- pathie. Ich ging meinenWeg, der zur Bereitstellimg derArmee führte. Unter anderm bestellte ich 800 Stück Maschinengewehre en bloc, was nach dem Schönaichschen Projekt erst im Jahre 1916 hätte er- folgen können. So lange würden ims aber die Russen imd Serben den Wechsel kaum prolongiert haben! Desgleichen wurden große Futter- und Mehlvorräte beschafft. An erstem war der Bedarf ein enormer, die Beschaffung eine schwierige. Zu welch unangenehmen Konsequenzen— wieder nur für meine Person— dies später führte, will' ich an geeigneter Stelle erzählen. Hier sei nur als Kuriosum er- wähnt, daß ich gelegenthch eines Referates durch die Frage über- rascht wurde, ,,von welcher Seite ich denn eventuell eine Störung des Seezuschubes befürchte^ da wir dochmit Italienverbündet seien ?" Auf meine Antwort: „Von engHscher Seite", wurde mir erwidert: „Aber, aber, von England?!" In jenen Tagen wurde ich auch zum Thronfolger berufen, um über den Stand der Ausrüstung zu referieren. Die allgemeine Situation ging ihm gegen den Strich, imd nach wie vor meinte er, daß es zu nichts kommen dürfe. Ich vermied, ihm zu sagen, daß dies wohl zu gutem Teil in seiner Hand gelegen war, doch jetzt nicht mehr darin liege. Aber ich dachte mir's. Nebst den politischen Gründen sprachen beim Erzherzog imbedingt solche persöiüicher Natur mit. Ich mußte ihm auch über den Verlauf der Delegation berichten, wobei er mir, 221
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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