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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 239 -
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Seite - 239 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

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Zu alldem erbat ich noch— Ende April 1913— eine ehrenrät- liche Untersuchung gegen meine Person. Die Vorverhandlung fand am 28. Mai statt. Schon dabei wurde einstimmig festgestellt, daß mein Verhalten vollkommen einwandfrei war. 2. ad Haferlieferung: Im November 1912 waren bekanntermaßen ernsthafte Vorberei- tungen für eine Mobilisierung im Gange. Da meldete mir— etwa am 20. November— der Chef der Intendanzsektion, daß es ims an Hafer mangle. In den militärischen Depots befänden sich Vorräte für etwa 14 Armeetage. In Ungarn war eine Älißernte eingetreten. Die Vorräte aus Österreich großenteils noch nicht futterreif. Es war daher nötig, ausländischen Hafer rasch heranzuziehen. In Triest lag ein großer südamerikanischer Dampfer mit enormen Haferquanti- täten, die überdies um einen mäßigen Preis (ich glaube 23 Kronen per Meterzentner) zu haben waren. Ich stimmte dem Vorschlag des Intendanzchefs zu, diese Vorräte zu acqmrieren. Hiervon erhielten beide Regierungen (die österreichische und die ungarische) sofort Kenntnis und wandten sich mit identischen Noten an mich, ich möge von diesen Bestellungen absehen, da es bei den heimischen Agrariern den ungünstigsten Eindruck mache. Ich antwortete, daß der oberste Grundsatz jeglicher administra- tiven Kjiegsvorsorgen darin bestehe, raschestens möglichst viel Vor- räte aus dem Auslande heranzuziehen. Einerseits um sie dem Gegner wegzunehmen, anderseits zur Deckung des eigenen Bedarfes. Die im eigenen Lande befindlichen Vorräte kämen immer erst dann zur Verwendung, wenn die Zufuhr aus dem Auslande bereits gesperrt sei. Aus diesem prinzipiellen Grunde köimte ich also den Anforde- rungen der beiden Regierungen nicht entsprechen. Kaum war aber diese Note abgesendet, als (am 30. November 1912) von unserm Petersburger Botschafter, Grafen Thurn-Valsas- sina, die telegraphische Meldung eintraf, daß der Zar in einer tags zuvor stattgefundenen Audienz die bestimmteste Versicherimg ge- geben habe, absolut keinen Krieg zu beabsichtigen. Unter dem Ein- druck dieser wichtigen Mitteilung wollte ich den beiden Regienmgen entgegenkommen, zumal diese ob der vielfachen Anforderungen ohne- dies schon ägriert waren. Der Haferankauf wurde daher gegen eine usancegemäße Abfindungssumme storniert. Dies paßte aber all jenen nicht, die hierbei auf eine Provision mit Sicherheit gerechnet hatten. Von diesen Leuten wurden ebenso böswillige wie unsinnige Gerüchte und Verleumdungen ausgesprengt, als ob hierbei mir irgendwelcher persönliche Nutzen zugeflossen wäre. Das Lächerliche, ja direkt Blödsinnige dieser Anwürfe ist durch diese Darlegung wohl erwiesen." ^39
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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