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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Dann kam's zum zweiten Teil des Balkankrieges, darin sich alles gegen Bulgarien verband und dieses Land schließlich auch nieder- zwang. Den Abschluß bildete die Bukarester Resolution, über die sich Rumänien dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn gegen- über höchst entrüstet zeigte, weil diese beiden Mächte— in erster Linie aber wir— der Bedrückung Bulgariens nicht vollständig zu- stimmen wollten. In weiterer Folge zeigte sich auch eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Vorgehen imserer und der deutschen Di- plomaten. Letztere wollten unsveranlassen, demrumänischenStand- punkt gänzlich beizutreten. Die Deutschen hielten eben an den Ver- sprechungen des alten Königs Karol unbedingt fest, desgleichen ver- trauten sie den diplomatischen Abmachungen. In ersterer Hinsicht hatten sie zweifelsohne recht, in letzterer nicht. Da ihnen zu tiefst aber doch vielleicht ab und zu Zweifel in die Verläßlichkeit der ru- mänischen Politik aufgestiegen sein mochten, so wollten sie die Po- sition des altenKönigs, dessen sie sich sicherwußten, unter allenUm- ständen stützen. Daher gab es jener Bukarester Resolution wegen zwischen Wien und Berlin kleine Verstimmungen, die sich auch am Bukarester Hofe geltend machten. Um diesen Hof mid auch den einflußreichen Generalstabschef, General Avarescu, wieder günstig zu stimmen, kam's zu einem Verkauf von 75 000 Gewehren, der— im Gegensatz zu der von mir eingeleiteten Transaktion— für imsere Kriegsverwaltung ein betrübliches finanzielles Resultat erbrachte. Hierüber wurde aber nie gesprochen. Im Juli absolvierte ich eine Instruktionsreise in Südtirol und in- spizierte die dort dislozierten Truppen. Grundidee war: eine Offen- sive aus Südtirol in der allgemeinen Richtung auf Vicenza, Verhält- nisse, wie sie dann, drei Jahre später, im Ernstfall auch wirklich zur Geltung gelangten. Ich hatte damals das Gefühl, daß diese Aufgabe mit unseren ausgezeichneten Truppen sich würde lösen lassen, und besonders am letzten Übungstag, auf der dann so bekannt gewor- denen Bella Costa stehendund unter mir das Lager eines italienischen Infanterieregimentes erblickend, weitete sich mir völlig die Brust beim Gedanken, hier einst Führer einer Armee sein zu können. Indessen fiel dies dann Dankl zu, der zu jener Zeit einer meiner Korpskomman- danten war. Von den Inspizierungen ist mir jene des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger in besonderer Erinnerung. Ein herrlicher Sommermorgen im Meraner Becken. Wohl einer der gesegnetsten Flecke auf dem Erdenrund! Es ist, als ob Nord und Süd sich vermählte und hier das Brautgemach rüstete. Und dieses ausgezeichnete Regiment vom jugendlichen Obersten Brosch geführt! Über Felsen, Schutthalden 342
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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