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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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baute ich meinen Plan auf, entwarf ihn rasch und ließ nocham selben Abend die Dispositionen von meinem Generalstab zusammenstellen. Der Beginn der Operationen war für 12 Uhr mittag des 14. Sep- tember angesetzt. Ich ließ meine Kavalleriedivision sofort gegen die linke Flügelkolonne des Gegners vorgehen, mn diese im durchschnit- tenen Terrain durch abgesessene Eskadronen zu stellen und— nicht locker lassend — sie vom Erreichen des Marschzieles abzuhalten. Die vordere Kraftgruppe der Armee (das VIII. Korps und die 3. Di- vision) hatte sich in ihren Stellungen zum Verteidigungskampf ein- zurichten. Die rückwärtige Gruppe sollte einen starken Marsch nach vorwärts ausführen und sich hierbei gegen den eigenen linken Armee- flügel verschieben. Die Ausführung entsprach dem Auftrag. Der Kavalleriedivision gelang es, die linke Flügelkolonne derart aufzu- halten, daß schon am Abend dieses Tages die Trennung zwischen diesem und den andern Teüen der gegnerischen Armee größer war als bei Beginn des Vormarsches. Der herrliche Herbstnachmittag gab den Fliegern Gelegenheit, diesen Vormarsch in allen TeÜen zu beobachten, während bei der gegnerischen Armeeleitung der Ein- druck erweckt wurde, daß ich mich in der erreichten vorderen Linie zum Kampfe stellen wolle. In der Nachtvom 14. auf den 15. ließ ich aber das vordere Korps fast bis in die Höhe von Tabor zurückmar- schieren, wo etwa 10Uhr vormittags schon die Teten desXVII. Korps eintreffen mußten. Die um zwei Bataillone verstärkte Kavallerie- division hatte für diesen Tag die Aufgabe, der gegenüberbefindlichen gegnerischen Flügelkolonne— es war die 13. Landwehrdivision — den Anschluß an ihre Hauptkraft zu verwehren. Alles traf nach Wunsch ein. Der Gegner, inklusive seiner Kaval- leriedivision, prallte an die schwachen, vom VIII. Korps zurück- gelassenenSicherungsdetachementsanund indervorgefaßtenMeinimg, daß es hier zum Angriff kommen würde, brachte er seine Kolonnen zu einem vorzeitigen Aufmarsch in südlicher Richtung. Dann wurde er gewahr, daß er eigentlich keinen Feind vor sich habe. Er konnte sich aber über meine Absichten lange nicht orientieren und verlor einige Stunden. Erst gegen 11 Uhr setzte er seine Kolonnen wieder zum Vormarsch in südwestlicher Richtung an. Doch schon nach IG Uhr, sobald das XVII. Korps herangekommen war, gab ich den Befehl, mit den vier Divisionen der beiden Korps in geschlossener Linie, allgemeine Direktion Nordost, vorzustoßen. Der Stoß traf die zwei Divisionen des gegnerischen IX. Korps, die sich gerade im Ab- stieg über einen langgezogenen, sanft abfallenden Höhenrücken be- fanden. Damit war jeder Zweifel ausgeschlossen, wem der Erfolg zukommen würde. Zwar versuchte die gegnerische Kavalleriedivision, 245
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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