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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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des Kavalleriekorps, präsentiefte sich kaum anders als eine rasch auftauchende und ebenso schnell verschwindende Staubwolke. Man konnte sich derAnschauung nicht verschließen, daß diese ganze groß angelegte Übung dem Zeit- und Kostenaufwand nicht entsprach. So notwendig es erscheinen mochte, gerade jene Kampfesart zu üben, die schließlich die Entscheidung bringt, so unvollkommen ließ sie sich nach der damals in Übung befindlichen Methode darstellen. Nach Schluß des Manövers fand am Felde selbst eine kurze Be- sprechung statt. Während sich die maßgebenden Teilnehmer sam- melten, sprach der Thronfolger mir nochmals seine Anerkennung aus, fügte jedoch bei, daß er bei der Besprechung die Operationen nur flüchtig behandeln wolle, um meinen Gegner nicht zu verletzen. Ich fand dies sehr taktvoll, zweifelte aber, daß man ebenso getan hätte, wenn der Verlauf ein gegenteiliger gewesen wäre. Somit wurden eigentlich nur die Aktionen der Kavallerie besprochen. Auf die von mir gewählte Verwendungsart dieser Waffe wies man nur so neben- bei hin, doch erschien darüber bald darauf ein eingehender Artikel in einer Fachschrift. Praktische Folgen zeitigte auch dieser nicht. Erst mein bei Rawa-Ruska gegebenes Beispiel, wo ich zwei Kaval- leriedivisionen zum Feuergefecht einsetzte, und das Verhalten der russischen Kavallerie von allem Anfange an, wirkten bahnbrechend. Während der langen Zeit des Sammeins der Kommandanten und Generalstabsoffiziere stand ich mehr als eine halbe Stunde in aller- nächsterNähe des Erzherzogs Karl Franz Josef, der alsMajor Schieds- richterdienste tat. Nicht mitUnrechterwartete ich, daß dereventuelle künftige Oberste Kriegsherr mich ansprechen würde. Doch das ge- schah nicht. Er hatte sichtlich nichts zu fragen und nichts zu sagen. Als jedoch dann mein Gegner kam, gab's eine besonders herzliche Begrüßung. Es war eklatant. Der Gedanke drängte sich mir un- willkürlich auf, daß es für mich nur vorteilhaft sein werde, nicht mehr unter den Dienenden zu sein, bis solch radikaler Wechsel in der Obersten Kommandoführung eintreten würde. Doch das Schick- sal wollte es danj;! anders. Ein spannenderMoment ergab sich, als Franz Ferdinand die fremd- ländischen Militärattaches begrüßte. Alle, die diesem Akt im ab- gelaufenen Jahr beigewohnt hatten, beherrschte noch die Erinnerung, wie peinlich es gewesen war, als der Thronfolger den serbischen Atta- che, Oberst Leschjanin, ostentativ übergangen hatte. Indessen war aber Serbien in zwei Feldzügen siegreich gewesen, und eine uns zwar feindlich gesinnte, doch nicht zu unterschätzende Militärmacht ge- worden. Wie würde sich's nun jetzt gestalten? Oberst Leschjanin sah diesem Momente begreiflicherweise mit noch erhöhterSpannung 248
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang