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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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tagen mit Ruhm. Leider dürften wenige, die damals den Fahnen- schwur leisteten, zurückgekehrt sein. . . . Am 31. Juli wurde ich zur Audienz bei Erzherzog Friedrich, dem mittlerweile ernannten Armeeoberkommandanten, befohlen. Es war ein kurzer gehaltloser Speech, und wie stets und immer machte der erlauchte Herr auch bei dieser Gelegenheit den Eindruck gewöhn- licher Begabung. Ihn an der Spitze von 2 Millionen Menschen zu wissen, schuf kein zuversichtliches Gefühl, wenngleich man wußte, daß der Erzherzog gewissermaßen nur den repräsentativen Teil zu be- sorgen haben würde. Der meritorischeTeil war seinem oberstenStab, vor allem dem Chef des Generalstabes, Conrad von Hötzendorf, an- vertraut. Doch machten sich von allem Anfange an eine Reilie klei- nerer und größerer Vorkommnisse geltend, die auch in dieser Hin- sicht nicht das Gefühl vollster Sicherheit aufkommen ließen. Am 2. August wurden die Armeekommandanten mit ihren General- stabschefs und den Chefs der Generalstabsabteilungen in das Büro Conrads vonHötzendorf gebeten, und derAufmarsch der gegen Ruß- land bestimmten Streitkräfte bekanntgegeben. Nur die Aufmarsch- räume. Und zwar jedem Armeekommandanten nur derjenige, der seine Armee betraf. Über die allgemeineAbsicht, über dasVerhältnis zu den Deutschen und zur eigenen Balkanarmee und über die poli- tisch-müitärische Lage wurde nicht ein Wort gesprochen. Damit be- gann das System von Geheimtuerei, das auch später die ganze Zeit über waltete. Alles, was bei den Nachbararmeen geschah, erfuhr man oft nur durch Zufall oder weit überholt aus den Zeitungen. Dieses System pflanzte sich unwillkürlich und naturgemäß nach unten fort, so daß die unteren Chargen der jeweiligen Gefechtslage oft nicht das genügende Verständnis entgegenbrachten. Man nannte dies „Nach japanischem Muster". Über die operative Grundidee, darauf der Aufmarsch aufgebaut war, werde ich später imZusammenhange mit den erstenOperationen sprechen. Als Abmarschtag des i. Staffeis des Armee-Hauptquartiers wurde der 8. August festgesetzt. Die Zeit bis dahin verflog mit Vorberei- tungen aller Art. Von allen Seiten erhielt ich Glück- und Segens- wünsche, vierblättrigen Klee und andere untrügliche Glücksbringer, darunter auch eine Karaffe und einen Trinkbecher aus Rubinglas von meiner Cousine Bruck-Auffenberg, Erinnerungen an den sieg- gekrönten Marschall Radetzky, der einst in glücklichem Kriege beides täglich im Gebrauch hatte und dann meinem Onkel Josef, dem Vater der Spenderin, geschenkt hatte. ^) Nach dem Siege von Komarow ^) Josef von Auffenberg— vide Kapitel IV. 265
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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