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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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günstiger, teilweise sogar ein sehrgünstiger. Durch bestenGeistzeich- neten sich durchwegs die deutschen Regimenter aus, durch Stramm- heit und adrettes Verhalten die Mannschaft der Honvedregimenter. Der Eindruck der Offizierskorpsi), namentlich was die Zahl der Berufsoffiziere anlangte, ließ immerhin einen leichten Zweifel auf- steigen, ob sie in der Lage sein \\äirden, die mit so wenig präsenter Mannschaft gefüllten Infanteriekompagnien zu opfervollsten Lei- stungen zu bringen. Und zur Ehre der alten Armee sei gesagt, daß just darin die einzige wirklich angenehme und positive Überraschung der ersten Kriegsereignisse zu finden war. Ich selbst— einer der aufmerksamsten Beobachter der Armee— hätte nie geglaubt, daß unsere stets drangsalierte, demütige Infanterie, das Aschenbrödel des Heeres und des Staates, von jedermann schief angesehen, bar jeder sozialen Geltung, alle anderen Waffen überragen würde. Sie war es, die im Anfange die Feldschlachten nahezu allein schlug, denn die Artillerie erwies sich vom ersten Gange an der russischen und selbst der serbischen Artillerie gegenüber inferior. Die Motive hierfür sind aus den früherenKapiteln (IX bis XI) detailliert zu entnehmen. Auch die Kavallerie konnte sich nicht entfalten, wofür man sie allerdings nicht verantwortlich machen kann. Schließlich trug sie doch nicht die Schuld, daß man sie nach Ausrüstung, Bekleidung und Ausbil- dung rückständig beließ. Doch wo ihr die russische Kavallerie den Gefallen tat, auf eine Attacke alten Stiles in größeren Verhältnissen einzugehen, kam der altritterliche Geist unserer Kavallerie zur Gel- tung,und sie siegte fast ausnahmslos. Diesen Gefallen taten die Russen aber äußerst selten. Dort, trotzdem, zählte die österreichisch-unga- rische Kavallerie ohne viele Gefechte und Gefechtsverluste nach einer etwa achtwöchigen Kampagne kaum ein Drittel des ursprüng- lichen Gefechtsstandes. In der ersten Phase des Krieges bildete den Höhepunkt der kavalleristischen Leistungen das dreitägige Feuerge- fecht zu Fuß der 4.und 6. Kavallerietruppendivision in der Schlacht beiRawa Ruska, wovon ich noch berichten werde. Wie im gesamten Heere, so wies auch die Bewaffmmg und Aus- rüstung der 4. Armee große Rückständigkeiten auf. Die Bewaffnung der Infanterie, das Gewehr, war zwar noch kriegsbrauchbar, immer- hin aber schon 30 Jahre alt. In zwei verschiedenen Typen— Mo- dell 1888/90 und 1895— vorhanden, relativ großkalibrig und ohne ^) In meinem bei Ullstein & Co. edierten Werke: ,,Aus Österreich-Ungarns TeilnahmeamWeltkriege ' 'findetsich eineAbhandlmigüber ,,Derösterreichisch- ungarische Offizier im \\'eltkriege". Ursprünghch unmittelbar nach Eintritt der Katastrophe verfaßt und auch als Abschiedswort an die deutschen Kame- raden gedacht, soll sie— als besonders charakteristisch— auch hier (als Bei- lage 4) Aufnahme finden. Beilage 4 271
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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