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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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ein, die eine Bereitstellung zur Offensive anordnete. Den Armee körpern wurden hierbei tüchtige Märsche auferlegt. Das gegebene Versprechen, zu warten bis alles versammelt sei, wurde alsonicht ein- gehalten. Allerdings, wenn man unbedingt offensiv werden wollte, war's die höchste Zeit. Die Disposition erging sich teils in Details— sie regelte beispielsweise die Marschziele für die vier Divisionen des linken FlügelsderArmee—, teils erklärte sieaberkeineswegsbestimmt, was eigentlich im Großen beabsichtigt wurde. Vielleicht unterließ man diese Mitteilung der Geheimhaltung wegen. Nur für die i. Ar- mee wurde das Erreichen und unbedingte Festhalten der die Tanew- Region nördlich begrenzendenHöhenlinie als nächstesZiel bezeichnet. Gleich nach Einlangen der Disposition— 8 Uhr abends— gab man die daraus resultierenden Maßnahmen dem Wesen nach allen Korps telephonisch bekannt. Die vollinhaltlichen Anordnungen wurden dann um lo Uhr abends expediert. Dieses System— erst telepho- nisch avisieren, dann disponieren — wurde der Hauptsache nach stets eingehalten, allerdings nicht immer mit dem gleichen Erfolg. Es war der letzteAbend in Radymno. Wir waren ein wenig bewegt. Bisher hatte doch allesmehr oder weniger wie einManöver angemutet. Man hatte noch nicht das Empfinden vom grausamen Ernst der Si- tuation gehabt. Jetzt wußte man aber, daß er sich nun unwiderruf- lich einstellen würde. Am Morgen des 23. brachten die Flieger ausgezeichnete Meldungen. Man sah förmlich, wie die an und für sichtüchtigen, schneidigen Flie- geroffiziere sich rasch einarbeiteten. Von Generalstabshauptmann Rosmann vorzüglich geleitet, übertrafen ihre Leistungen jede Kaval- lerieaufklärung— vorausgesetzt, daß das Wetter den Aufstieg und die Beobachtung erlaubte. Diese Abhängigkeit von Zeit und Wetter war der Pferdefuß der Fliegerei. Auch konnten durch die Flieger- aufklärung immer nur einzelne Momente fixiert werden, wenn man nicht ganz besonders große Parks zur Verfügung hatte. Die Kaval- lerieaufklärung war somit als Ergänzung zu jener der Flieger uner- läßlich. Unsere Flieger wurdenvom Gegner häufig beschossen. Wenn ich mich recht erinnere, meist ohne Erfolg. Dagegen waren die im Inland erzeugten Flugapparate bald gebrauchsunfähig, im Gegensatz , zu den deutschen Fabrikaten, die mustergültig funktionierten. Daß bei uns doch so vieles minderwertig und nur fürsAuge erzeugt wurde Nach Tisch fuhren wir in unsere nächste Station, Oleszyce. Am Wege dahin traf ich den damaligen Kommandanten des IX. Korps, General der Infanterie von Hortstein. Er kam direkt vom serbischen Kriegsschauplatz, wo er ohne rechtes Kommando mitgetan hatte, da bloß die 29. Infanterietruppendivision seines Korps dort anwesend 286
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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