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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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war. Sehr erbaulich waren die Dinge nicht, über die er von da unten erzählen konnte. Zwar wußte man sie teilweise schon, doch die De- tails ließen die Sache nicht günstiger erscheinen. Das erzherzogliche Oberkommando zog daraus die Konsequenzen, indem es einige Un- terführer das Bad ausgießen ließ. Diese Generale bildeten die Vor- läufer jener Sündenböcke, von denen sich das Armeeoberkommando mit der Zeit eine große Menge anzuschaffen wußte. Jedenfalls war es sicher, daß wir da unten eine Schlappe erlitten hatten, und die ,,Demonstration" mit der 2, Armee gründlich versagt hatte. DieseEr- zählung, imVerein mit demAnblick der schlechtenWegeundBrücken trugen zur Hebung meiner Laune naturgemäß nicht bei, so daß ich verstimmt in Oleszyce eintraf. Am Abend trafen gute Nachrichten^) ausZamosc ein (6. Kavallerietruppendivision), dies hob dieStimmung. Am 24. August fuhr ich nach Plazow-Narol. Am Wege besichtigte ich die eben einlangende 10. Kavallerietruppendivision. Prächtige Husarenregimenter. Offiziere und Mannschaft in schönster Verfas- sung, noch alles blitzblank, die Borten undSchnüre glänzend wie bei der Parade. Ich riet den Leuten, sich weniger kenntlich zu machen. Anfangs sträubten sie sich. Dann taten sie's doch. Es gab viel um- zulernen in diesem Krieg ! Ich erhoffte von dieser Division viel, und just sie wurde wenigeTage später imLager überfallen und deroutiert. Kriegsglück— Kriegsunglück! Tagszuvor hatte sich schon das Gerücht verbreitet, daß die i. Ar- mee im Kampfe stünde. Als ich mittags ins Hauptquartier zurück- kehrte, wurde dies durch Meldungen bestätigt, desgleichen, daß das eigene II. Korps in den Kampf eingegriffen habe. Gleichzeitig kon- statierten Flieger das Anrücken starker Kolonnen aus der Linie: Lublin—Cholm, also von Norden und Nordosten her. Die 6. Kaval- leiietruppendivision ging auch bereits von Zamosc zurück, gefolgt von russischer Infanterie und Kavallerie. Um 8 Uhr abends kam die offizielle Mitteilung, daß die i. Armee gesiegt, und die eigene 4. Infanterietruppendivision (II. Korps) sehr erfolgreich mitgewirkt habe. Auch der Sieg einerDivision bei Czerno- witz, sowie große Siege derDeutschen inFrankreich wurdenverlaut- bart. Darob natürlich gehobene Stimmung im Hauptquartier. Ich war mir bewußt, daß ich mich betreffs meiner Armee zu einem ' kräftigen operativen Entschluß aufraffen mußte. Da aber eine die 1) Überbringer dieser Nachricht erzählte aiich, daß Feldniarschalleutnant Wittmann in Zamosc eine freiwilHge Stadtguardia in der Stärke von 40 oder 60 Mann zur Versehmig des Polizeidienstes geschaffen habe. Als die Russen sich dann wdeder des Ortes bemächtigten, ließen sie diese armen Tevifel kvirzer- hand aufknüpfen. 287
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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