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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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stoß mit den von Nord und Nordost heranmarschierenden feind- lichen Kolonnen kommen müsse. Es war daher der Moment für mich gekommen, dafür die Grundidee festzustellen. Wenngleich vor- läufig nur in allgemeinen Zügen, brachte ich diese Grimdidee am 25. August auf einer Feldpostkarte zu Papier, und sie wurde auch dann im großen und ganzen bis zum glücklichen Ende durchgeführt. Eine Umzeichnung nach der photographischen Kopie dieser Feld- extskiz^e 2 postkarte zeigt die Textskizze 3 auf Seite 293. Das I^eitmotiv bestand im allgemeinen aus einem doppelt umfassenden Angriff, wobei das VI. Korps— gestützt durch die 19. Infanterietruppendivision (XVII. Korps)—dieSchlachtbasis, dieanderenKorps (II.undIX. links, — XIV. rechts) die einschwenkenden Flügel zu bilden hatten. Den Höhepunkt der Ausführung berechnete ich für den 29. August. Tat- sächlich reifte derselbe— nach mehrfachen widrigen Zwischenfällen — erst vom 30. an und währte bis zum Abend des i. Septembers, Ich wÜl hier nicht auf eine Detaüschilderung der Schlacht ein- gehen, sondern nur den allgemeinen Hergang schüdern und will— wie schon im Vorwort dieses Kapitels erwähnt— vor allem nieder- schreiben, was ich erlebte und wie ich's damals im heißen Pulsschlag der Ereignisse sah und beurteilte. Es soll eine naturgetreue Schil- derung sein, wie sich die Führung einer modernen Schlacht beim führenden Feldherrn äußert, was für Sinnen- und Seeleneindrücke er hierbei erhält und empfindet.— Ich ließ die früher entwickelte leitende Idee am Nachmittag des 25. August dem Armeeoberkommando (beziehungsweise dessen Ope- rationsleitung) telephonieren. Es erklärte sich mit dem Schlacht- plane und den dazu nötigen einleitenden Operationen einverstanden. Somit wurden gleich alle Dispositionen ausgefertigt. Kaum war dies geschehen, kamen abändernde Maßnahmen des Armeeoberkomman- dos, das die Angriffsbewegungen schon am folgenden Tage angesetzt sehen wollte. Mittlerweüe war allerdings das II. Korps gegen das heranrückende russische XXV. Korps bei Zamosd ins Gefecht ge- treten, doch war dies nicht die Veranlassung, daß das Armeeober- kommando das Vorrücken und Eingreifen der 4. Armee so forcierte. Die Ursache lag wohl darin, daß es dem Armeeoberkommando doch langsam bange geworden sein mochte, ob die gegen Osten vorge- triebenen Kräfte ihrer Aufgabe auch genügen würden. Daraus er- klärt sich die Hast, mit der man die Aufgabe der 4.Armee beendet sehen wollte. Wie dem aber immer gewesen war, jedenfalls wurde die Eile dadurch mu: gesteigert, und das, was ich immer vermeiden wollte: das Anjagen der Truppen ins Gefecht, wurde zur unvermeid- lichen Notwendigkeit. 290
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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