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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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vorwärts getragen werden konnte, doch das VI. Korps einen harten Stand hatte und tagelang nicht durchzudringen vermochte. Wie sich's zeigen sollte, war dies allerdings von keinem operativen Nach- teil begleitet, wohl steigerte es aber wesentlich die Spannung in der Leitung der Schlacht. Die Staffeln— Regimenter der 26. Landwehr-Infanterietruppen- division— marschierten am Vormittag durch Oleszyce. Ich sah mir vor allem das 12. Regiment genau an. Die Leute riefen wohl Hurra und Slava, machten aber im allgemeinen einen gedrückten Eindruck. Schwächliche, ermüdet aussehende Mannschaft. Hitze und Staub waren allerdings sehr groß, und bei denStaffeln dieserDivision kam die Eile, von der ich früher sprach, am meisten zum Ausdruck. Tags vorher war das 10. Landwehr-Infanterieregiment durchmar- schiert und hatte nach sehr anstrengendem Marsche die Wache fürs Hauptquartier gestellt. Meiner Gewohnheit gemäß, sprach ich mit den Leuten— Cechen und Deutsche aus Nordböhmen— und fand einen frischen, forschen Ton, der mir sehr gut gefiel. Das 9. und IG. Regiment bewährten sich auch glänzend. Bis Mittag langten keinerlei Nachrichten ein. Ich erwog, daß die dem Anscheine nach vorgeprellten Gruppen des Gegners wahrschein- lich zurückgenommen worden seien und wir den Feind in fester Stel- lung finden würden. Meine stets überoptimistischen Generalstabs- chefs antizipierten aber den vollen Erfolg und sahen die Moskauer Grenadierdivision, deren Anmarsch uns bekannt war, schon voll- kommen zersprengt von dannen flüchten. Doch gleich nach der Mittagsstunde kam die unerfreuliche Kunde, daß die auf der Straße über Tomaszow gegen Tarnawatka vorrückende 39. ungarische Land- wehr-Infanterietruppendivision (VI. Korps) auf starken Gegner ge- stoßen sei, nach anfänglichen Erfolgen in einen Feuerüberfall geraten und unter schweren Verlusten zurückgedrängt worden war. Wie später ermittelt wurde, bezog sich dies zum Glück nur auf das Teteregiment, vor dem die Russen listig dieWaffen gestreckt hatten, um dann die herankommenden Offiziere aus nächster Distanz nieder- zumachen. Die allgemeine Situation hatte sich mittlerweile dahin entwickelt, daß das II. Korps und die 10. Infanterietruppendivision bei Zamosd auf das vom General Zujew befehligte russische XXV. Korps ge- stoßen, in dasGefecht getreten waren, das schon an diesem Tag einen günstigen Verlauf nahm und am darauffolgenden Tag — 27. Au- gust— mit dem vollen Rückzuge des Gegners endete. Das eigene VI, Korps, das mit links vorwärts gestaffelten Divisionen (39., 27., 15.) über Tomaszow und Rawa Ruska vorgerückt war, stieß— wie 294
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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