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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 306 -
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schwer geltend gemacht. Halb im Scherz, halb im Ernst schlug ich Schenk vor, er möge auf die Dauer der Schlacht das Kommando der Division übernehmen. Seine sofortige Bereitwilligkeit wurde mit allseitigem Bravo quittiert. Nach eiligem Imbiß fuhr der General von einem Generalstabsoffizier des Etappenkommandos begleitet an die Front zur Division. Tagebuch: ,,Vom IX. Korps, speziell 26. Infanterietruppendivision kommen wenig befriedigende Meldungen. Nachmittag hört man aus der Richtung des Korps lebhaftes Geschützfeueri). Erfahre spät abends, daß Gössmann (26. Division) angegriffen hat, doch leider wieder nicht durchgedrungen ist. Starke Verluste! Darunter zwei Regimentskommandanten tot. Der tapfere Oberst von Rayl (9. Land- wehr-Infanterieregiment). Angriff des II. Korps, vielmehr die Neu- gruppierung desselben, macht zwar nicht sehr rasch, doch leicht Fortschritte. Schemua meldet, daß er mit der "Durchführung des Hauptangriffes, Einschwenken gegen Süden {13. und 25. Division), Erzherzog Peter Ferdinand beauftragt hat, selbst aber zur allgemeinen LeitungdesKorpsundauchdernachNordendetachierten4. Infanterie- truppendivision in der Nähe von Zamosd bleiben will ..." Vom ersten Moment an war mir dies nicht recht. Die 4. Division hatte eine ganz bestimmte Aufgabe, deren Lösung man ihrem Kom- mandanten, Feldmarschalleutnant von Stöger-Steiner, ruhig hätte überlassen können. Dagegen war vorauszusehen, daß die beiden anderen Divisionen wechselnden Verhältnissen gegenübertreten wür- den. Bei der außerordentlichen und entscheidenden Wichtigkeit, die deren Eingreifen haben mußte, war es aber dringendst geboten, sie einheitlich, geschickt und energisch zu führen. Da überdies die 9. Kavallerietruppendivision (aus dem Verband der i. Armee) hinzu- trat, wäre es höchst wünschenswert gewesen, daß eine Autorität— also ein höherer Kommandant selbst— sich voll geltend gemacht hätte, schon um diese, in keinem organischen Verbände stehenden, aber an wichtigster Stelle agierenden Heereseinheiten zu einer ge- sammelten Kraftäußerung zu veranlassen. Darauf wies auch der Umstand hin, daß der ranghöchste Divisionär eben Erzherzog Peter Ferdinand war, der, von seiner Persönlichkeit ganz abgesehen, erst kürzlich die Funktion eines Divisionskommandanten übernommen ^) Durch die stetigen Beobachtungen bildete sich eine eigene Horchpraxis heraus, die sehr wertvolle Anhaltspunkte bot. Ich konnte zum Schluß eigenes und feindliches Geschützfeuer gut vmterscheiden, Positionsänderungen der Artillerielinien und durch Kombination auch jene der Gefechtsfronten er- kennen oder wenigstens vermuten, bevor noch die bestätigenden Meldungen einlangten. 306
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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