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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 311 -
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Tagebuch; ,,Ein russischer Generalstabsoffizier wird eingebracht. Äußert zuHauptmann Aichinger (Kundschaftsoffizier) im spöttischen Tone: ,Herr Kamerad, ich habe bei Ihnen nirgends mehr Reserven gesehen. Da werden' Sie uns kaum niederzwingen!''' Nun, sie wurden doch niedergezwungen. Auch ohne Reserven. Und schließHch halfen die starken Frontreserven, die die Russen zum teilweisen Durchbruch des IX. Korps befähigt hatten, ihnen doch nichts. Die Abnützung einer frontal angreifenden Truppe ist eben so stark, daß sie Teilerfolge nicht vollständig zu verwerten vermag. Wird sie danndochumfaßt,muß sie schließlich zurückgehen, gelangt dann aber leicht in verfänglichste Situation! j^Spät abends kommt Oberstleutnant Bogusz vom VI. Korps heim. Berichtet böse Dinge über den Zustand der 15. und 27. Infanterie- truppendivision. Dem ist nicht abzuhelfen. Natürliche Folge der Schlacht gegen überlegenen eingegrabenen Gegner. Der ist nun voll- kommen umfaßt. Wird jedenfalls auch schwere Verluste haben. Dakann eben nur die Fortsetzungdes allgemeinenund konzentrischen Angriffs zum Erfolg führen. Drum also— drauf los!" Große Sorge machte mir die erneuerte Bedrohung von Norden her, derentwegen die 4. Division bis hinter die Labunka zurückgehen mußte. Dadurch hätte die bereits großenteils bewirkte Einkreisung des Gegners illusorisch gemacht werden können. Ich schrieb schon am Nachmittagdem Chef des Generalstabes diesbezüglich einen drin- genden Brief und rief ihn nun— 11 Uhr nachts— auch noch telepho- nisch an, um ihm die Lage abermals darzustellen und um ihn zu ersuchen, die i.Armee^) anzuweisen, mit mindestens einer Division in den Kampf der 4. Armee einzugreifen. Nach längerem Debattieren willigte er ein und gab der i. Armee in diesem Sinne den nötigen Be- fehl. Am folgenden Tage stellte es sich allerdings heraus, daß diese Unterstützung nicht nötig gewesen war, da das effektvolle Auftreten der 4. Infanterietruppendivision am 30. August dem Feind jegliche Lust zu einem nochmaligen Angriff benommen hatte. Dies hatte man aber am Vortag nicht voraussehen können. Ich möchte die Aufmerksamkeit des Lesers ganz besonders auf dieses Detail lenken. Hieraus erhellt mit apodiktischer Bestimmtheit und Sicherheit, daß ich die Situation in keinem Momente ,,zu rosig" ansah oder in diesem Sinne an dasArmeeoberkommando einen Bericht gegeben hätte. Man wollte mir nämlich dies später imputieren, um 1) Die I. Armee bestand zu jener Zeit aus dem I., V. und X. Korps zu drei Divisionen, dem Detachement des Generals Kimmier vmd aus einem im An- marsch befindlichen preußischen Landwehrkorps, wozu noch drei Marsch- brigaden getreten waren. Dies gab eine Gesamtschlagkraft von 14 Di\nsionen! ^11
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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