Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 314 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 314 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Bild der Seite - 314 -

Bild der Seite - 314 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Text der Seite - 314 -

Moment kommt zufälligerweise die Feldpost und bringt mir Fetische aller Art: vierblätterigen Klee, Sinnsprüche usw., Gaben patriotischer Frauenhände. Lachend übernehme ich diese ä tempo Sendung und habe trotz Skepsis und Vorsicht einen Moment lang den wohligen Gedanken eines gewaltigen, endgiltig entschiedenen Erfolges. In dieser behaglichen Stimmung ziehe ich mich auf eine Stunde zurück, um zu ruhen ..." Kaum erwacht, betrat ich die Büros und finde lauter verdutzte Gesichter vor. DieVeranlassungwar aberauchdanach!Vom II. Korps war die telephonische Meldung eingelangt, daß die ganze Gruppe Erzherzog Peter Ferdinand nach links rückwärts, also nach Westen, abgeschwenkt sei und dadurch den Rücken des Gegners wieder frei- gegeben habe. Die so mühsam zu Wege gebrachte Zange war also aufgemacht! Mein Tagebuch schildert die ersten Momente nach Erhalt dieser Hiobspost folgendermaßen: „Fürchterliche Enttäuschung. Ohnmächtige Wutausbrüche. Die schönsten Früchte des Sieges dahin! Unterführung! Finde keine Worte! Es ist unbegreiflich, welche Umstände für diesen Entschluß maßgebend gewesen sein mochten. Was geschehen, ist zum Rasend- werden! Peter Ferdinand bekommt Befehl zu nochmaligem Vor- gehen. Aber natürlich, wann wird dieser Befehl zur Ausführung kommen, wo doch Truppen nun schon den sechsten Tag kämpfen und durch den weiten Rückmarsch (linker Flügel bis 17 km) voll- kommen ermüdet sein werden?" Und in der Tat bedeutete dieses eigenmächtige Abschwenken eines der einschneidendsten und folgenschwersten Vorkommnisse der ersten Feldzugsperiode. Des vollen Verständnisses halber sei daher alles nochmals zusammengefaßt. Vorausgeschickt sei, daß der Führer dieser Gruppe sich später be- stimmen ließ, für eine Reihe seiner Verfügungen um den Maria- Theresien-Orden einzukommen, darunter auch für seine Aktion am 31. August. Er stellte diese Aktion im diesbezüglichen Bericht so dar, wie er sie beurteüte, und zog daraus seine Konklusion— selbst- verständlich für ihn so günstig, wie nur möglich. Wenn ich da- her diese seine eigene Konklusion hier zu meinen Darlegungen be- ausgesprochen wurde. Diese irrige Anschauung gelangte auch dadurch zu praktischem und überraschendem Ausdruck, als das einzige Maria There- sien-Ordenskreuz, das für diese größte Schlacht verliehen wiu-de, einem der beiden Brigadiere galt, die bei diesem Angriffe führten. Also hat in dieser blutigen, harten Schlacht nur ein Mann sich ein besonderes Verdienst erworben, also haben bei einem Kampf von 200 Bataillonen, 600 Geschützen und 120 Eskadronen 6 Bataillone die Entscheidung gebracht! Difficüe est satiram non scribere! 314
zurück zum  Buch Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung"
Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Aus Österreichs Höhe und Niedergang