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Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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linie des Gegners nach wie vor gesperrt geblieben, da man die Front nach Süden beibehalten hätte, die man doch mit so viel Mühe er- zielt hatte. Im zweiten, leider zur Ausführung gekommenen Fall gab man aber dem Gegner den Rücken frei und verzichtete freiwillig auf die bereits eingeleitete Deroutierung des Gegners. Nicht minder unbegreiflich, ja vielleicht noch viel unbegreiflicher war aber das Verhalten der 9. Kavallerietruppendivision. 6km von ihr entfernt bedrängte eine Kosakendivision den linken Flügel, so- gar den Rücken einer eigenen höchst wichtigen und erfolgreich kämp- fenden Gefechtsgruppe. Und die österreichisch-ungarische Kavalle- riedivision wußte dem in keiner Weise zu begegnen und hielt un- entwegt hinter der Mitte der Infanterielinie! Wie nützlich und notwendig wäre da ein richtiges Erkennen und ein eiserner Wille am Platze gewesen! Die Rückschwenkung der Gruppe Peter Ferdinand war um so bedauerlicher, als in jenemMomente (Morgen- stunden des 31. August) die 15. Infanterietruppendivision ihren erfolgreichen, aus südlicher Richtung angesetzten Stoß bereits durchgeführt hatte, so daß sehr starke feindliche Kräfte auf engem Raum zusammengedrängt standen und ihnen jegliche Bewegungs- möglichkeit genommen war. So kam's, daß die Früchte einer wohldurchdachten und konsequent durchgeführten Operation nicht voll reifen konnten, und daß der ge- schlagene Feind seinen Rückzug nur wenig belästigt ausführte. Es war ein nicht wieder gut zu machendes Versäumnis. Grundbedingung und Gelegenheit für einen wahrhaft durchschlagenden Erfolg waren die besten. Und wie selten ergibt es sich, wie hier, daß man einen gleich starken Gegnerim offenen Felde vollständig niederwerfen kann. An der mittleren Führung lag's nun, die letzten Konsequenzen zu ziehen. Welch Verhängnis, daß gerade an dieser Stelle ein so großer taktischer Fehler begangen wurde. Fehlerkommen schließlich immer und überall vor. Mitten in der Schlachtfront verlieren sie aber an Bedeutung, lassen sich oft auch wieder gut machen. In diesem Falle aber und in diesem eminent entscheidenden Raum waren die Folgen von größter Tragweite. Ich spreche es unumwunden aus, daß bei strammer konsequenter Ausführung der vom Armeekommando er- gangenen Aufträge nicht nur der taktische Waffenerfolg der Schlacht sich bis zum Niederbruch des Gegners gesteigert hätte, sondern daß in weiterer Folge selbst das Resultat des ersten Feldzuges wahr- scheinlich ein anderes geworden wäre. Damals schwebten mir naturgemäß die Folgen der geschilderten Abschwenkung noch nicht so klar vor Augen, um so weniger, da ich noch nicht alle Einzelheiten kannte. Doch kein Zweifel herrschte bei 316
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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