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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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uns allen, daß der Sache dadurch schwererSchaden zugefügt worden war^). Tagebuch: „Nachmittag wird dem IX. Korps nochmals Befehlzum energischen Angriff erteilt, ^1^6 Uhr schweres Geschützfeuer. Hält nicht lange an. Abends kommt Meldung des Erzherzogs Josef Fer- dinand, daß er den ganzen Tag im schweren Kampfe gestanden ist, mit einem Teil sogar hat zurückgehen müssen. Russische Kräfte er- neuern sich immer wieder. Scheinen aus dem Boden zu wachsen. Trotzdem allgemeiner Befehl, auf der ganzen Linie 4 Uhr früh An- griff wieder aufzunehmen, da die große Menge der eingebrachten Ge- fangenen auf Herabminderung der feindlichen Widerstandskraft schließen läßt. Der Tag ist sehr bewegt gewesen. Hoffnungen groß. Gesamtresiü- tat nicht so durchschlagend, als man es hat erwarten können. Abend kolossaler Feuerschein aus der Richtung Komarow (war Janöwka, das die 15. Infanterietruppendivision erobert hatte)." Tagebuch, i. September (/.Schlachttag): ,,Zeitlich auf. Von Ge- fechtslärm keine Spur. Dafür ungünstige Meldung über Abendsitua- tion bei 3. Armee. . . . '^j^y Uhr früh Beginn des Geschützfeuers aus dem Raum von Komarow. Generalmajor Pfeffer (früher General- stabschef der 3. Armee) meldet sich zur Übernahme der 8. Infanterie- brigade. Großer Sieg der Deutschen über die Russen. Hindenburg! Welche Schande, wenn wir nicht durchdringen!" Diese Mitteilung erhielt ich durch Obersten von Lunzer am frühen Nachmittag. Sie erfüllte mich mit einem gewissen zornigen Trotz. Und ob der fortwährenden widrigen Zwischenfälle verärgert, rief ich aus: ,, Jetzt halte ich erst recht durch!" Oberst Lunzer stimmte mir wärmstens bei. Tagebuch: ,,2 Uhr nachmittags Meldung des VI. Korps, daß auch Komarow genommen ist. Auch Truppen des IX. Korps dringen vom Westen in den Ort ein. Erhebender Moment2). Gleichwohl bin ich ^) Diese Gedächtnisblätter später revidierend, kann ich all das Dargelegte nur bekräftigen. Namentlich die unbelrücksichtigt gebliebenen MiHtär-Maria- Theresienordens-Ansuchen der Generale Stöger-Steiner und Stöhr, sowie die Schilderungen des damaligen Kommandanten des 25. FeldJägerbataillons Barwik vonDub, bestätigen vollinhaltlich die kritische, ja verzweifelte Situ- ation, in der sich der Gegner in den Morgenstunden des 31. August befand. 2) Der langwierige Krieg verhinderte, daß ich Details über den Verlauf der Karapfesaktionen erheben und sammeln konnte. Vom Kriegsarchiv wurde in dieser Richtimg nur äußerst wenig und selbst das Wenige nur zögernd eingeleitet. Doch der Zufall erbrachte, daß ich vier Jahre nach derSchlacht einen Kronzeugen traf, General Uherek. Er hatte 1914 die Artillerie der 2. Kavallerietruppendivision befehligt. Er berichtete, daß seitens dieser Division schon vom Nachmittag des 29. August an vmvmterbrochen Verfol- gvmgskämpfe gegen retirierende ru.ssische Kolonnen durchgeführt wurden. 319
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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