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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 329 -
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ankündigte: ,,Abschwenken gegen Süden zur Degagierung der 3. Armee." Vorher langte jedoch noch folgender Befehl des Armeeoberkom- mandos ein: „Die 4. Armee hat sich durch ihre glänzenden Waffentaten das Anrecht auf höchste Anerkennung und Dank des Vaterlandes er- worben. Aber es harrt ihrer noch eine zweite große Tat, das Schick- sal des Feldzuges dadurch zu entscheiden, daß sie sich nunmehr gegen den in Ostgalizien eingebrochenen Feind wende, um der im Kampfe stehenden 3. Armee rechtzeitig Unterstützung zu bringen. Entscheidende Operation wird an alle Truppen noch hohe Anforde- rungen stellen, aber ich bin gewiß, daß die tapfere 4. Armee diesen Anforderungen nachkommen wird, in dem Gedanken, daß sie ihren bedrängten Kameraden Hilfe bringt und den Sieg endgültig an unsere Fahnen fesselt. Dieser Befehl ist allen Offizieren, Unteroffizierenund Soldaten vollinhaltlich zu verlautbaren. Erzherzog Friedrich." Wesentlich mehr als diese schönen Worte, die natürlich gleich ver- lautbart wurden, interessierten mich jedoch die weiteren Verfügungen des Armeeoberkommandos über den Abmarsch nach Süden. Diese Verfügungen waren eigentlich schon durch die als Beüage 6 allegierte Beilage 6 Disposition vom späten Abend des i. Septembers präjudiziert, denn darin war angeordnet worden, daß die Armeeteten schon am 3. Sep- tember in die Linie Uhnow—Belzec zu bringen seien. Dadurch war die Armee bereits in die Direktion ausgesprochen Süd zu stellen, so daß man sich fragen mußte, wie ein eventuelles Abschwenken gegen West zur Gewinnung des Raumes Jaroslau—Lezajsk noch durch- führbar gewesen wäre ? Auch für die Sicherung des eigenen Rückens, sowie für den Ostflügel der i. Armee waren detaillierte Weisungen beigegeben. Leider harmonierten sie mit meinen Anschauungen keineswegs. Doch dasArmeeoberkommando blieb bei der Auffassung, es würden 3 Infanterietruppendivisionen und i Kavallerietruppen- division für die Durchführung der Rückendeckung genügen. Gleich- zeitig sollten diese aber auch eine ausreichende Flankendeckung der I.Armee bilden! Der Zwischenraum der eigenen und I.Armee be- trug jedoch in jenem Zeitmoment schon etwa 50km und mußte sich im Weiterverlauf der Operationen noch beträchtlich vergrößern. Dies alles ließ mich die Situation in keinem erfreulichen Lichte sehen, um so weniger, als über die Verhältnisse der i. Armee keine genaueren Daten zu erhalten waren, weder beim i.Armeekommando noch beim Armeeoberkommando. Man erzählte nur vage Dinge von Bedrohung im allgemeinen usw. Da aber bisher die Situation der I. Armee immer glänzend geschildert worden war, so daß man den 329
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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