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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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und energisch verfolgt werden durfte und auch die i. Armee durch einen glücklicheren Gegner gebremst und bald darauf auch zum Rückzug genötigt worden war^). Doch eines bleibt unbestritten. Komaröw war die einzige wirklich große Bewegungsschlacht des Weltkrieges, in der österreichisch-un- garische Truppen allein, ohne Mitwirkung eines einzigen deutschen Soldaten einen überlegenen Gegner niederwarfen, der ausschließlich aus russischen Kerntruppen bestand. Dies kann nicht laut und ein- dringlich genug betont werden, weil es einen Anker für das staat- liche und militärische Prestige der alten Armee bedeutet. d) Abschwenken der 4. Armee zur Schlacht bei Rawa Ruska (Grodek) Tagebuch, 3. September: ,,Die starken schwerfälligen Marschba- taillone, die sich als taktische Körper nur wenig bewährt haben, machen mir Sorge. Desgleichen die stark reduzierten Stände der Feldbataillone. Werde tun, was möglich ist,um Ausgleich zu treffen. Viel schaut dabei allerdings nicht heraus, denn heute soll doch schon alles marschieren. Drum müssen wir auch beinahe alle Trophäen zu- rücklassen. Ewig schade! Nach starkem Regen wieder wundervolles Herbstwetter. Freu* mich für die armen Truppen, die marschieren müssen. Manche bis zu 40km. Auch für die Fliegerbeobachtung ist Wetter günstig. Mein Stab drängt, ich soll um den Maria-Theresien-Orden einkommen. Könnt* mir garnicht einfallen. MögederAllerhöchsteHerrauseigenem verleihen, wenn er will. Nachrichten von der 3. Armee lauten immer bedenklicher. Der reine Zusammenbruch! Wie soll sich da das Blatt wenden. Verluste unserer Armee sind auch sehr groß. Genaues ist noch nicht bekannt. Aberman schätzt annäherndgegen40000Mann." ^) Der Mangel des durchschlagenden operativen Erfolges charakterisiert übrigens alle von den Zentralmächten erkämpften Siege. Selbst die Hinden- burgschlachten im Herbst tmd Winter 1914/15, die durch das vortreffliche Zusammenwirken aller Führer zum taktischen Niederbruche des Gegners geführt, hatten gleichfallsnur einenmittelbarenoperativen Wert. Sie hinderten den eigenen allgemeinen Niederbruch, der die notwendige Folge jedes bedeu- tenden taktischen Fchecs der Zentralmächte gewesen wäre. Diese organische EigentümUchkeit kann man während des ganzen Krieges beobachten. Sie resviltierte zvmi guten Teil aus der imgehevu^en Diskrepanz der Klräfte imd Räu- me, die zwischen den Zentralmächten imd ihren Gegnern bestand. Darin liegt auch einerder Schlüsselzum Verständnis des entsetzlichenmiUtärischenNieder- bruchs der Mittelmächte. Ihre zahllosen Siege wurden dvircheinen politischen imd moralischen Echec im SchluI3moment ausgelöscht. 332
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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