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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 333 -
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Am Abend traf die Disposition des Armeeoberkommandos für den 4. »September ein, die in Beilage 7 dem Wortlaute nach als besonders Beilage 7 charakteristisch wiedergegeben wird. Diese eigenartige Disposition erweckte mein Kopfschütteln. Die künstlich zusammengefügten Sätze enthielten eine ganze Reihe von Widersprüchen. Zum allermindesten kam aber die ursprünglich lei- tende und einfache Idee: ,,Stoß von Nord zu Süd" nur mehr ganz verschwommen und mit allen möglichen Kautelen umgeben zum Ausdruck, Diese Disposition war zweifelsohne das Resultat eines Kompromisses von verschiedenen Vorschlägen, Meinungen, Wünschen . und wahrscheinlichauchvonvielentelep]ionischenWechselgesprächen. Die Folge war im allgemeinen ein Staffelvormarsch der Armee vom rechten Flügel aus. Dadurch, daß die westliche Kolonne, das IX. Korps, drei Divisionen stark war, wurde den Weisungen des Armeeoberkommandos eo ipso entsprochen. Doch dadurch, daß ich bei der östlichen Kolonne zwei schwere Batteriedivisionen (vom VI. und XIV. Korps) einteilte und schließlich auch noch auf die flan- kierende Einwirkung der 3., vielleicht sogar der 8. Division hoffen konnte, glaubte ich die ursprüngliche, mit meinen Ansichten ganz übereinstimmende Idee des Flankenstoßes doch noch realisieren zu können. Es kam dann allerdings ganz anders. Am Abend traf eine Depesche des Armeeoberkommandos ein, die in ihrem ersten Teile folgendermaßen lautete: ,,Auf Grund aufge- fangener Radiodepesche Plehwe (Kommandant der russischen 5. Ar- mee) einwaggonieren in Wladimir Wolhynsk für Brest Litowsk. Nach Anschauung des Armeeoberkommandos, feindliche Offensive von Grubieszow und Krsdow zunächst keine zu erwarten." Es ist dies aus dem Grunde hoch bemerkenswert, weil dadurch die Auffassung des Armeeoberkommandos in ganz präziser Weise zum Ausdruck gelangt. Später aber, als diese Auffassung sich als irrig herausstellte, waren Personen des Armeeoberkommandos heftig bemüht, die Schuldam Verkennen der Situation von sich abzuwälzen und anderen aufzubürden. Davon soll noch die Rede sein. Tagebuch, 4. September: ,,In der Nacht heftiges Gewehrfeuer. Ganz nahe am Hauptquartier. Mag sein, daß sich Kosaken herum- treiben. Wahrscheinlich aber aufgeregte eigene Patrouillen und Posten. Armeeoberkommando will noch eine Division nach Süden heranziehen. Dann darf man mir aber nicht auch noch den Flanken- schutz der I. Armee aufbürden. Eher umgekehrt." „Fahre bei ungünstigem kalten Wetter zur Truppenbesichtigung nach Tomaszöw. Lasse dort Regimenter vom IX. und II. Korps vorbeipassieren. Spreche wie stets mit Leuten aus der Einteilung. 333
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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