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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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den Faktoren. Was dann zu einem allgemeinen Kesseltreiben führte. Eine sehr alte Dame, Mutter eines der höchsten militärischen Funk- tionäre, die in der Lage war, vieles zu wissen, die Dinge aber in ihrer naiven Altersvorstellung sah, äußerte sich später einmal: „Ja ja, der Auffenberg hätte halt folgen sollen. Einem Erzherzog muß man immer folgen, wenn er auch noch so unrecht hat. Mein Sohn hat das immer so g'sagt." Im Prinzip und auf unsere damaligen Ver- hältnisse angewendet hatte die gute Dame vollkommen recht. Aber mir lag die Katzenbuckelei einmal nicht. Außerdem hatte ich in diesem Falle das Gefühl, in der allermüdesten Weise geurteüt zu haben. Mein Tagebuch erzählt: ,,Von den Truppen, die ich gesehen, ge- fielen mir die 36er, 98er und 84er, desgleichen die Artillerie sehr gut. Deutschmeister soll große Verluste haben. Nurmehr 1000Mann sollen da sein. Desgleichen die 18er. Ein Bataillon von bosnisch- herzogowinischem Nr, i, das in die Katastrophe der 15. Infanterie- truppendivision verwickelt war, hat gar nur mehr zwei Offiziere und 117 Mann. Viele Kommandanten machen gedrückten Eindruck. Sind durch russisches Artilleriefeuer impressioniert, dessen große Präzision und richtige taktische Verwertimg allgemein anerkannt wird. Wie wär's erst, wenn ich als IMinister die 76 Batterien nicht geschaffen hätte? Und warum sind die Haubitzen nicht eingeführt worden? Die Kredite dafür habe ich ja damals beschafft. Leider läßt sich jetzt nichts ändern." „FürchterlichesWetter. Ein kalterRegenschauer nachdemandern. Wo ich einen Truppen- oder höheren Kommandanten sehe, nehme ich ihn ins Auto und wirke auf Stimmung. In Ljubica besuche ich kleines Feldspital. Meist leichtere Fälle. Verwundete liegen schon mehrere Tage hier und wissen nichts über den Ausgang der Schlacht. Als ich davon erzähle, jubeln sie. Ich sehe einen leichtverwundeten russischen Oberstleutnant. Er spricht nur russisch. Macht sympa- thischen Eindruck. Da er sein Augenglas verloren, helfe ich ihm mit einem Zwicker aus. Wird ihn wohl als Souvenir aufbewahren. Am Nachmittag trifft Weisimg ein, daß Boroevic Kommando der 3.Armee übernehmen soll." Die Amovierung Brudermanns war die erste Enthebung eines Ar- meekommandanten. Durch dieseMaßnahme des Armeeoberkomman- dos wurde die Volksstimme gegen den General mobüisiert, was dieser vom Geschick bishin favorisierteMann sehr tief und schwer empfand. Eine teüweise Entlastung wurde ihm schon im November 1914 zu- teil, als ervom alten Kaiser in Disponibilität, also nicht in den Ruhe- 335
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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