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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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für die 3. und 2. Armee die defensive Aufgabe ergeben, wie sie ur- sprünglich tatsächlichvom Armeeoberkommando angeordnet worden war. Um taktisch offensiv vorzugehen, wird man doch nicht einen Raum aussuchen, in dem eine große Angriffsgruppe sich vorerst in schmale und tiefe Kolonnen teilen und ein Hindernis passieren muß, um an den Gegner heranzukommen. Mag man's drehen und wenden, wie man will, der ursprünglich gar nicht beabsichtigte Angriff mit starkem, entscheidendem Südflügel bot weder strategische noch taktische Vorteile und wurde nur ge- wählt, da eine andere Wahl einfach nicht mehr übrig blieb. Links ging's nicht, so versuchte man es eben rechts, da man sich's einmal in den Kopf gesetzt hatte, eine Schlacht zu riskieren. Man wollte eben mit der Befreiung Lembergs^) vor der Öffentlichkeit paradieren. Andererseits wollteman die Scharten auswetzen, die eine wenig glück- liche Führung sich östlich Lemberg geholt hatte. In derTextskizze 8, Seite 347 ist eine schematischeDarstellung der Operationen der 4. Armee zwischen dem 2. bis etwa 15. September 1914 gegeben. Daraus ist zu entnehmen, daß die 4. Armee zuerst eine Schwenkung von 180 Grad, im Anschluß daran eine solche von 90 Grad ausführen und sodann eine sechstägige Sclilacht schlagen mußte. Und besieht man's logisch, kommt man zu dem Schlüsse, daß im Momente, da die 4. Armee sich zu einer Frontalschlacht stellen mußte, auch schon der Stab über die ganze Operation, die zur Schlacht von Grodek führte, gebrochen war. Konnte man keine Sclilacht liefern, in der die 4. Armee mit einem großen Flankenstoß einsetzte, war eine solche im Räume von Grodek überhaupt nicht mehr zu schlagen. Und nur wenn das Armeeoberkommando den Nachweis hätte erbringen können, daß der Rückzug der I.Armee ein übereilter war, daß dieseArmee also in der Zeitvom 2. bis 12. Sep- tember nicht das tat, was man berechtigterweise von ihr zu erwarten hatte, wäre jene oberste Kommandobehörde teilweise exkulpiert ge- wesen, indem sie hätte sagen können, daß einer der namhaften Un- terführer den Anforderungen nicht entsprochen hatte. Davon war aber in jenen Tagen niemals die Rede. Im Gegenteil, die Operationen der I, Armee wurden als gänzlich einwandfrei erklärt. Somit fällt aber das Odium der ungenügend basierten Schlacht auf das Armeeoberkommando zurück.2) ^) Am 5. imd 6. Septemberwar inWiendasgemgeglaubteGerücht verbreitet, ich hätte Lemberg entsetzt. Eine Erzherzogin rief sogar aus offenem Wagen dem Volke zu: ,,Betet vmd danket Gott, Lemberg ist entsetzt!" Als man die Wahrheit erfuhr, wendete sich dann der Ärger des Hofes just gegen mich. 2) Im Gefühl, daß im operativen Konzept große ISIißgriffe Platz gegriffen hätten, wxirde schon 191 5 in verschiedenen offiziösen Emanationen das Motiv 344
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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