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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 356 -
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die Sorgen waren, die diese Nachricht heraufbeschwor, so notwendig war es, kaltes Blut zu bewahren und den Ereignissen gefaßt ent- gegenzusehen. Da jedoch sämtliche Einheiten bereits eingesetzt waren, um der gewaltigen Aufgabe: ,,den weit überlegenen Gegner zu binden", zu entsprechen, so erübrigte mir nichts anderes, als dem am linken Armeeflügel befindlichen Kavalleriekorps Nagy den Auf- trag peremptorisch zu wiederholen, die äußere Flanke zu gewinnen und den Gegner um jeden Preis aufzuhalten. Dieser Auftrag wurde im Wege des Gruppenkommandos Erzherzog Josef Ferdinand in der Mittagsstunde ausgegeben. Im Innern ließ ich mich aber durch die Hoffnung leiten, daß das russische V. und XVII. Korps jene Ein- heiten darstellten, die wir in der Komarower Schlacht hart gefaßt hatten, es daher anzunehmen sei, daß diese Korps keine zu große Aktivität an den Tag legen würden. Eine Annahme, die sich dann vollkommen bestätigte. Tagebuch, ii. September: ,,Gegen Mittag trifft Meldung ein, daß Angriff der kombinierten Brigade der 26. I^andwehr-Infanterietrup- pendivision gegen die Spitze des feindlich besetzten Teiles anfäng- lich vorgetragen wurde, dann aber doch nicht durchdringen konnte. In den ersten Nachmittagsstunden werden just Gefangene vorüber- geführt, als ich einen Artilleriehauptmann treffe, der sich als Kom- mandant der schweren Haubitzdivision des II. Korps meldet, mit dem Beifügen, daß er mit einer schweren Batterie von lyubaczöw her anrücke, dieselbe aber nur mehr über 15 Schuß verfügt. Die zweite Batterie war am Vortag von russischer Infanterie genommen. Deren ganze Bespannimg beim Aufprotzen zusammengeschossen. Der Hauptmann machte einen reellen Eindruck. Eine Untersuchung dieses Vorfalles kann an Ort und Stelle nicht durchgeführt werden, doch ist es ein Beweis, wie unerwünscht sich die Verhältnisse beim II. Korps gestalten. Der Kanonendonner aus östlicher Richtung dauert unentwegt an. Von allen Seiten strömen Verwundete heran. Vornehmlich von der 26. Landwehr-Infanterietruppendivision, die Niemirow am nächsten fechtet. Zumeist I^eichtverwundete, da die schweren Fälle auf den Hufs- und Verbandsplätzen geblieben sind. Erfreulich zu sehen, daß keine Begleitmannschaft mitgeht, wie es oft als Vorwand vorkommt." ,,Nachmittag besucht mich der Generalartillerieinspektor, Erzher- zog Leopold Salvator. Er kommt aus Grodek, woselbst er im Stab desArmeeoberkommandos der Schlacht beigewohnt hatte. Ich frage ihn über Eindrücke, die er dort gewonnen, und ob 3. und 2. Armee tatsächlich die erwünschten und erhofften Fortschritte gemacht haben. Erzherzog verneint es auf das entschiedenste und erklärt 356
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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