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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Niemirow. Die armen Teufel dulden schweigend, klagen nur über Hunger und Durst. Spreche energisch mit Transportkommandanten imd Ärzten. Schließlich haben sie's auch schwer, Sclüeppen sich todmüd daher. Bleibe lange wach. Schlummer durch vorüberfah- renden Train gestört. Und doch ist mir der Lärm Musik, da er vom Abfließen der Trains spricht. Ein kleiner Trost nach den betrübenden Ereignissen, die ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht haben." ,,I2. September. 5 Uhr früh Abmarsch zu Pferd. Vorher läßt mich Josef Ferdinand bitten, seine Ankunft zu erwarten. Da dieselbe erst nach 8 Uhr erfolgen kann, ist mir dies nicht möglich. Lasse Soos zurück, um den Erzherzog über alles zu informieren und dessen Be- richte zu übernehmen. Soos fährt dann nach Przemysl zum Armee- oberkommando. Dieses rückt nach Neu-Sandec ab." ,,Straßen entsetzlich. Metertiefe Schlaglöcher. Zwei Arbeiter- kompanien schaffen daran mit viel Eifer, doch wenig Erfolg. Straße und Anterrain mit Train übersät. Dazwischen große Gefangenen- transporte mit schwacher Bedeckung. Könnten leicht echappieren. Denken aber nicht daran. Nach Niemirow hört die große Waldzone auf. Wie froh wäre ich, wenn Truppen und Trains sie schon passiert hätten. Benütze in Jaworow längeren Aufenthalt zu telegraphischen Mitteilungen." ,, Erfahre durch Meldungen, daß Kavallerietruppendivisionen noch immer hinter dem II. Korps stecken, statt hinaus, außerhalb des linken Armeeflügels zu rücken. Wiederhole diesbezüglichen Befehl in schärfster Weise. Ist Kavallerie so ausgepumpt ? Jedenfalls schlimm. Weiterfahrt nach Krakoviec per Auto. Nicht endenwollende Train- kolonnen. Lage von Krako\dec direkt gefährdet. Doch innerhalb Armeeechiquiers gibt's nichts anderes. Auch sind Verbindungen schon ausgelegt. Beim Eintreffen melden sich die beiden Grafen Clam- Martinic als Ordonnanzoffiziere. Haben beim Armeeoberkommando zu wenig Verwendung gefunden. Ich wohne in abgelegenem Haus unmittelbar am Sklo. Stimmung ernst. Durch langes Warten auf Weisungen des Armeeoberkommandos entwickelt sich aber schließ- lich im Menagelokal ein leichter Humor." Im Laufe des Nachmittags und Abends langten verschiedene Wei- sungen und Mitteilungen ein. Die Loslösung vom Feinde ging über- all glatt vor sich. Derselbe hatte noch während der Nacht und in den frühesten Morgenstunden heftige Angriffe, namentlich gegen das XVII. Korps durchgeführt, die alle abgewiesen wurden. Insbesondere vor der Front der 19. Division häuften sich die Leichen zu Bergen. Auch schien der Gegner an etlichen Stellen direkte Rückzugsbewe- gungen angetreten zu haben. Da das gleiche auch bei der Gefechts- 360
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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