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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 363 -
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Kavalleriedivisionen, am 13. im großen und ganzen im Räume bei Krakowiec südlich des Sklo verblieben. Allerdings hätte sich dadurch unter Umständen die Situation des linken Armeeflügels katastrophal gestalten können, wie dies ein Blick auf die Skizze lehrt. Tagebuch, 13. September: ,,Frühmorgens. Regen ohne Unterlaß. Bis in die spätenMorgenstunden treffen keineMeldungenüber wesent- liche feindliche Einwirkungen ein. Erzherzog Josef Ferdinand meldet sich. Sehe ihn zum erstenmal seit Feldzugsbeginn. Ich beglück- wünsche ihn zu seinen Leistungen. Er dankt und meldet über Zu- stand seiner Armeegruppe. Nicht günstig. Selbst die braven Regi- menter des XIV. Korps sind in trister Verfassung. Durch die ewigen Märsche im Sand sind diese Gebirgssoldaten ganz heruntergebracht. Kolonnen auf Kolonnen passieren den Ort. 2. Kavallerietruppen- division zählt nur mehr 800 Reiter Gefechtsstand. Also eigentlich nur eine starke Artillerie- und Trainbedeckung. Erstere vollzählig. Endlose Munitionskolonnen. Ein Teü wird im Ort abgeladen, um an die durchpassierenden Batterien abgegeben zu werden. Detachement Bolberitz passiert im scharfen Tempo. Die Leute auf den Anhänge- wagen mit Piachen überdeckt zum Schutz gegen Regen. Man sieht sie nicht. .Trojanische Pferde!' sagt ein witziger Mund. Infanterie: Kaiserjäger und 59er. Man sieht ihnen furchtbare Müdigkeit an. Ziehen daher wie bei Kondukt. Marschkompanien von bosnisch- herzegowinischem Infanterieregiment i. Machen frischen Eindruck. Waren aber noch nicht im Kampf." ,,Nacheinander kommen dieGenerale Schemua mit seinem General- stabschef Greiner, Stöger-Steiner, Kreysa, Roth, Kirchbach, des- gleichen etliche Truppenkommandanten. Ich spreche mit allen und hebe Mut und Stimmung. Lobe, wo ich loben kann. Ich kann nicht umhin, mit Schemua über verhängnisvolles Zurückschwenken der Gruppe Erzherzog Peter in der Schlacht bei Kamarow zu sprechen. Er behauptet, das Möglichste geleistet zu haben. Ich deute ihm an, daß er wohl noch heute ins Gefecht treten werde, und weise durch das offene Fenster in die Gegend von Swidnica, wo eine längere Artülerielinie im Kampf gegen eine feindliche Front steht. Bren- nende Ortschaften, also relativ größere Aktion. Alle Kommandanten versichern mir, daß ihre Truppen sehr brav gekämpft haben, daß sie aber bald am Ende ihrer Leistungsfähigkeit sind. Oberst von 81 meldet: ,Exzellenz, wir hungern, und das zehrt an unserer letzten Kraft.' Auf den Proviantwagen und in den Nachschubstaffeln sind sicher genügend Vorräte. Doch schwierige Detaüinstradierung. Auch unvermeidliche Friktionen eines vom Gegner beeinflußten Rück- marsches. Ich beauftrage Etappenkommandanten, vorhandene Vor- 3^3
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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