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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 372 -
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quartier untergebracht gewesen. Wer hätte damals solch eine Welt- katastrophe geahnt!" „Ich schreibe an Conrad. Schildere ihm die Situation. Er kann jetzt natürlich nichts mehr machen, da die operative Situation Fort- setzung des Rückzuges verlangt. Andererseits ist jeder Rückzugstag einer kleinen verlorenen Schlacht gleichzuhalten. Die deutschen Korps! Es sollen zwei Front- und zwei Reservekorps im Anrollen sein. In Krakau werden täglich 50 hundertachsige Züge ausbarkiert. Jetzt ist's wenig, vor 14 Tagen wäre es enorm gewesen und hätte die Situation gründlich anders gestaltet. Zwei Korps zur Armee Dankl, zwei Korps an meinen linken Flügel, und wir hätten die Russen bis über den Dnjepr gejagt. Ein einheitlicher Wüle müßte das Ganze leiten! Natürlich dürfte dies nicht unser durchlauchtigster Ober- kommandant sein." ,,Ernstes Gespräch mit Grafen Clam. Im Oktober und November 1912 soll er Franz Ferdinand gegenüber geäußert haben, ich sei als Kriegsminister zu ,pessimistisch' gewesen. Jetzt sieht Clam alles schwarz in schwarz. Leider habe ich damals nur zu recht gehabt. Erkenne aber des Grafen persönliche Tüchtigkeit vollauf an. Als ein Mann eisernen Pflichtgefühls wirkt er direkt beispielgebend." ,,Der brave Automobilist Dr. Bing bringt Briefe von zu Hause. Sie wissen bereits von unserem Rückzug.— ,,Nach Berechnung der Evidenzgruppe haben die Russen schon 64 Divisionen gegen uns allein ins Feld gestellt. Sieniawa gestern abends gefallen. Es ging hierbei ehrenvoll zu. Nach Sachlage war's nicht zu halten. Muß einfach als Verlust gebucht werden." „Laut Standesausweis hat die Armee jetzt einen Feuergewehrstand von etwa 70 000 Mann. Jenseits des Dunajec stehen in drei Gruppen 45 000Mann als Ersatz bereit. Im Rayon derArmee noch eineMenge Versprengter, Abgeirrter usw., die bei kontinuierlichem Rückmarsch, nach Rawa Ruska ist's heute schon der neunte Tag, nicht zu ihren Truppenkörpern gelangen können. Wenn einmal wieder alles an die Front gebracht ist, rechne ich auf etwa 700 Mann per Bataillon. Zu wenig. Es müssen noch weitere Marschformationen herangezogen werden. Leider fehlen mir auch bei 80 Geschütze. Zerschossen, im Kampf unbrauchbar geworden, im Sumpf stecken geblieben (Kano- nenregiment der 15. Infanterietruppendivision am 28. August) oder sonst in Verlust geraten." ,,Jaslo macht für einen galizischen Ort guten Eindruck. Besuche den Bezirkshauptmann. Gibt mir meterlange Liste über russophüe Ortschaften. Herrgott, was man da für eine Saat aussäen, aber auch ausreifen hat lassen. Mit Pulver und Blei läßt sich jetzt das nicht
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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