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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 387 -
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,,Nachmittags besucht mich oberster Leiter des Roten Kreuzes, Erzherzog Franz Salvator. Auch er findet mein Aussehen vorzüg- lich. Sehr gesprächig und bester Laune. Alles in allem ein neidens- werter Herr." „Ohne besondere Veranlassung macht sicham Abend gemütlichere, fast fröhliche Stimmung geltend." (Ich ahnte nicht, daß dies der letzte Abend sei, der mir als Armeekommandant beschieden war.) ,,29. September. Morgensituation läßt beim Gegner rückgängige Bewegung vermuten. Pilzno soll geräumt sein. Das würde immer mehr dahin deuten, daß Gegner uns nicht den Gefallen eines An- griffes auf unsere Front machen, sondern seine Hauptkräfte auf das nördliche Weichselufer verschieben wird, um die dort vorgehende Heeresgruppe Hindenburg umfassend anzugreifen. Vom Standpunkte des Feindes jedenfalls vernünftig. Ich lasse ein Marschtableau aus- arbeiten, unter der Annahme, daß der größte Teil der Armee Dank! aufs nördliche Weichselufer gezogen wird und von der eigenen Armee acht Divisionen bis an die Weichsel, und zwar in die Linie: unterer Wislok—Strz3"zow rücken." ,,Abgeordneter Dr. Neumann trifft aus Wien mit Liebesgaben für das II. Korps (Wiener Korps) ein. Macht charakteristische Bemer- kung, daß nach dem Kriege nur jene gelten werden, die irgendwie dabei waren. Ich meine, daß dann sehr viele etwas gelten werden, da noch sehr viele dabei sein werden müssen." ,,Fahre zum IX. Korps, dessen Kommandant, Feldzeugmeister Friedl, Genieoffizier vom Fach ist, wird daher Herrichten der Stel- lung usw. gewiß gut verstehen." ,,Inspiziere ein Marschbataillon. War beiVerteidigung des Brücken- kopfes von Sieniawa. Auf meine Frage, wie die Leute sich dabei ge- halten haben, antwortet der Kommandant: ,Sie haben viel gebetet, viel geschossen, aber wenig getroffen. Im allgemeinen waren sie brav.' Nun, einmal im Verband des Regimentes, werden sie auch schon treffen!" „Nach Zaklyczyn zurückgekehrt, finde ich gepfefferten Erlaß des Armeeoberkommandos bezüglich der noch immer im Rayon der 3. Armee sich aufhaltenden Trains und der Versprengten meiner 4. Armee. Zweifelsohne Folge von Vernaderung! Wohl aber auch sicheres Zeichen mangelnden Verständnisses für Situation der 4. Armee, wie sie sich aus der so unglücklich konzipierten zweiten Schlacht von Lemberg (Rawa Ruska) ganz folgerichtig hat ergeben müssen!" .5- 387
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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