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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Es war durchaus nicht leicht, in diesem siebentägigen Ringen den Sieg zu erkämpfen, zumal der Gegner überlegen war und in bekannten und befestigten Stellungen focht. Den Sieg vermag niemand zu be- streiten, da der umgangene Gegner tatsächlich alle Teile des Schlacht- feldes räumte und sich auf 60 Kilometer hiervon zurückzog. Das sofortige Verkehren der Front und der ungesäumt sich voll- ziehende Abmarsch nach Süden zur Degagierung der 3. Armee er- folgte sowohl auf Grund eines Appells, als einer bezüglichen Dispo- sition des Armeeoberkommandos. Es war mir vollkommen klar, daß diese Operation ein hohes Risiko in sich barg; doch eben darum tat ich alles nur Mögliche, um den Erfolg zu sichern; wußte ich doch sehr genau, daß bei einem Miß- erfolg der Gesamtoperation just meine opferbereite Armee in die un- günstigste Lage kommen müsse. Bei dem nun erfolgten sechstägigen Kampfe, bei dem sich tatsächlich das Gros der feindlichen Armee gegen mich gewandt hatte, ließ ich es wahrlich an Kampfenergie nicht fehlen, da ich z. B,— als einzig dastehendes Beispiel— sogar zwei Kavallerietruppendivisionen zu mehrtägigem Feu^rgefecht ein- setzte. Nur so gelang es mir, die mit Überlegenheit durchgeführten steten Angriffsversuche siegreich abzuwehren, bis am Abend des sechsten Tages der Befehl zum Abbruch des Kampfes erfolgte. Ich betone, daß ich an einen Rückzug meiner Armee noch nicht dachte, da ich, obwohl umfaßt, nur den linken Flügel bis an die Ratalinie zurückbringen und dort unter allen Umständen weiter ausharren wollte. FreÜich unter der Voraussetzung, daß die 3. und 2. Armee gegen Norden einschwenken würden, da sie notorisch nur schwächere Kräfte gegen sich hatten. Wie dem nun aber auch gewiesen sein mochte, den Befehl des Ar- meeoberkommandoszumAbbrechen desKampfes mußte ich befolgen, nicht ohne noch vorhermehrerevehementeStößedesGegners, speziell vorderFrontdesVI.undXVII.Korps, blutigzurückgewiesenzuhaben. Diesem Waffenerfolg dankte ich es auch, daß der wohl unter den ungünstigsten Verhältiüssen durchzuführende Rückzug gelingen konnte. Die ungeheuren Schwierigkeiten des letzteren charakteri- sieren sich dadurch am besten, daß am 11. September die Schlacht- front derArmee fast 50Kilometer betrug, während dieselbeam13.Sep- tember ein IG Kilometer breites Defüe passieren und hierbei eine Achtelschwenkung durchführen mußte. Nichtsdestoweniger gab es bei keinerAbteilung einDebacle, und die kleineren Rückzugsgefechte wurden siegreich bestanden. Ich glaube nicht unbescheiden zu sein, wenn ich diese ganze dreißig- tägige Operation, die durch dreizehn Schlachttage bezeichnet ist, als 26 Auffenberg 4OI
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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