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Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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,,. . . Tausend Dank für Dein freundliches Schreiben vom 9. d. WasDu darin ausführst, hat mir Generalmajor Krauß (Armeegeneral- Stabschef), der Dir ein treuer anhänglicher Untergebener ist, schon eingehend mitgeteilt. Es ist ja gar kein Zweifel mehr darüber, daß Ihr ohnehin bis zum Äußersten vorne verbliebt. Im übrigen, wenn ich eine Lehre aus diesem Kriege mitnehmen sollte, so ist es die, mich um Tratsch absolut nicht zu kümmern. Mir genügt das, was ich über mich denke ..." Hierdurch war dieser Teil der Angelegenheit für mich erledigt. Zumal es ja wirklich zu lächerlich war, ein Armeekommando, das vom 6. bis 16. September ununterbrochen auf gefährdetstem Posten ausgeharrt hatte und bei Krakoviec in schweres Granatfeuer ge- kommen war, ,,frühzeitigen Vorauseilens" zu zeihen. Was soll man aberzum Obersten Heerführer sagen, der auf Klatschereien hin einen Armeekommandanten nur so ohne weiteres amovierte und, um dies zu begründen, einen Bericht an den Obersten Kriegsherrn einsandte, in dem die Tatsachen unrichtig dargestellt wurden?— Die kriegerischen Ereignisse, die mittlerweile ihren Ganggenommen hatten, will ich hier nur flüchtig streifen. Abgesehen davon, daß diese Blätter wolil ein Menschenleben und die Verhältnisse in einer unendlich ereignisreichen Zeitperiode, doch nicht den Krieg schildern sollen, sind mir dieEinzelheiten zuwenig bekannt,umeinzutreffendes Urteil über die Geschehnisse abgeben zu können. Doch eine chrono- logische Darstellung der wichtigsten kriegerischen Vorkommnisse sei hier immerhin niedergelegt, da sie zum Verständnis der schließlichen Katastrophe beitragen und auch ein Bild jener Zeitperiode bringen. Die große zweite Offensive der vier österreichisch-ungarischen Ar- meen— I., 2,, 3., 4. — und der deutschen 9. Armee begann am 4. Oktober, Sie wurde merkwürdigerweise in einem Tagesbefehl an- gekündigt. Ein Vorgang, der sich in diesem Kriege bei uns noch einigemal wiederholte,— nie zum Vorteil der Sache. Die Offensive ging anfänglich flott vor sich. Im großen betrachtet, wollten die Russen mit ihrem linken Heeresflügel bis an die Sanlinie zurückgehen, sich dort an die befestigte San—Weichsellinie stellen und, mit ihrem rechten Heeresflügel über die mittlere Weichselstrecke debouchierend, das verbündete österreichisch-ungarisch-deutsche Heer in der linken Flanke und im Rücken fassen. Ein Plan, der durchaus richtig durch- dacht, unsere Offensive auch wirksam durchkreuzte und erst in spä- teren Momenten, namentlich durch die größere taktische Detailge- wandtheit der Deutschen pariert wurde. Für die ungestörte Durch- führung dieser operativen Idee war es den Russen naturgemäß sehr um den vollen Besitz der Sanlinie, speziell um Przemysl, zu tun. 409
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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