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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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bzw. dem Chef des Generalstabes. Ich wollte nicht länger zusehen, wie die Generalstabsoffiziere des 4, Armeekommandos die Dekora- tionen, die sie während meiner Kommandotätigkeit wohl verdient hatten, noch immer nicht erhielten. Die ernste Vorstellung, die ich hierüber unterbreitet, wurde mit einem längeren Schreiben beant- wortet, das mit den Worten begann: ,,Nichts liegt dem Armeeober- kommando ferner, als die Leistungen der 4. Armee bei Komarow nicht voll zu würdigen ..." Danach wurden die Dekorationen, die sich auf Leistungen bezogen, welcheEnde Augustund AnfangSeptember voll- brachtworden waren, endlich in der zweiten Hälfte Jänner verliehen. Ich dachte über Titel und Orden stets skeptisch. Solange dieselben aber als staatliche Einrichtung bestanden, konnten sie wohl immer- hin Gnadenakte genannt, mußten aber doch nach den allgemeinen Grundsätzen der Gerechtigkeit verliehen werden. Daher sah ich es als meine Pflicht an, auch in dieser Richtung für wohlerworbene Rechte meiner ehemaligen Untergebenen einzutreten, da ich fürch- tete, diese könnten unter der mir persönlich zugedachten Ungunst zu leiden haben. Zu jener Zeit fanden die 30,5 cm-Mörserzum erstenmalVerwendung im Feldkriege, imd sofort mit durchschlagendem Erfolg, was in der ganzen Welt anerkannt und in der Presse auch lebhaft besprochen wurde. Natürlich mit Hinweglassung meines Namens. Dieses von unserer Zensur rücksichtslos arrangierte Zurückdrängen und Eliminieren meiner Person schmerzte mich zwar, dennoch er- füllte mich die Genugtuung, daß meine opferbereite Tat, die ich als Minister vollbracht hatte, nunmelu- zur vollen Geltung kam. Dieses Gefühl konnte der Rotstift der Zensur nicht ausstreichen, aber in den Blättern vermochte er das Verdienst der Anschaffung dieses her- vorragenden Kriegsinstrumentes anderen zuzuwenden. Ich fühlte es als mein Recht und auch als meine Pflicht, auf die Wahrheit hinzuweisen. Da mir jedoch bei den damaligen Verhält- nissen jeder Weg in die Öffentlichkeit versperrt blieb, so verfaßte ich einen Bericht, den ich an die Militärkanzlei des Kaisers mit der Bitte einsendete, ihn dem obersten Kriegsherrn zu unterbreiten. Ich bat darin um keine Anerkennung, war aber überrascht, daß mir schon drei Tage nach der Vorlage eine solche in fulminanter Weise ( ! zuteil wurde. Der Chef der Müitärkanzlei teilte mir nämlich brieflich mit: ,,Seine Majestät geruhten, eine würdigende Erinnerung für die gegenständliche TätigkeitEuer Exzellenz Allerhöchst zu bekunden!" Es war mir nur verwunderlich, daß einige Monate später der Kaiser wedervonderInitiativenochvonderEntstehungsgeschichtederMörser eine Ahnung hatte! In meinem begreiflichen Unwillen schrieb ich 418
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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