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Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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aller Welt klar geworden, welcher Nichtigkeit wegen dieser juristische Feldzug geführt worden war, Nichtigkeit selbst dann, wenn der Tatbestand zutreffend und nicht vollständig nieder- gebrochen gewesen wäre. Da es im gerichtlichen Verfahren, das immerhin noch ein Kampf mit offenem Visier gewesen, nicht gelungen war, mich niederzuringen, so erhoffte man nun vomEhrenrat, demFehmgericht, die gewünschte Wirkung. Mehrere der in Beträcht kommenden Dignitäre scheuten sich nicht, dies in ganz unverhüllter Weise einzugestehen. Ich wurde durch den Vorstand des Präsidialbüros, Generalmajor Bellmond, auch einer meiner einstigen Abteilungschefs, ,,freundlich" eingeladen, das ehrenrätliche Verfahren gegen mich zu erbitten. Und da man es sonst zweifelsohne erzwungen hätte, blieb mir wohl nichts übrig, als die erwünschte ,,Bitte" zu stellen. Der hierauf gewählte ehrenrätliche Ausschuß trat erst Ende Sep- tember zusammen und beschloß, die Angelegenheit, respektive die Resolution, ob eine Untersuchung stattzufinden habe oder nicht, direkt an die Generalversammlung zu leiten. Im Motivenbericht zum freisprechenden Urteil war— wie schon angeführt— der Passus enthalten, daß in der Mitteilung ,,Eine teil- weise Mobilisierung wahrscheinlich" eventuell eine Indiskretion hätte erblickt werden können, die als Disziplinarvergehen zu beurteilen wäre, wenn sie überhaupt angeklagt und nicht schon lange verjährt gewesen wäre. DieseBemerkung bildete jetzt die Basis für denVortrag des ehren- rätlichen Ausschusses, der am 26. Oktober bei der Generalversamm- lung verlesen wurde. Für diese Versammlung brachte man auf Wei- sung von maßgebender Seite die Anzahl der Teilnehmer mit Anwen- dung aller Mittel auf eine möglichst große Zahl. Es fand durch Ge- neral Marterer eine Einpeitschung statt, die zugleich das gewünschte Resultat deutlich erkennen ließ. So kam's, daß sich mitten im Krieg nicht weniger als 83 Generale in Wien zusammenfanden, und so kam's, daß eine Anzahl von Generalen— etwas über ein Drittel— trotz der ausführlichsten Aufklärungen die Angelegenheit noch weitergeführt wissen wollte, was auch geschah. Einer der anwesenden höchsten Generale erzählte mir später ein- mal, er habe das Gefühl gehabt, daß da eine zwar nicht seKr große aber brillant eingearbeitete Claque bestanden, die dem mot d'ordre ihres Chefs prompt gehorcht hatte. Man ging nun daran, den ,,freigewählten Ehrenrat" zusammenzu- stellen. Wohl fungierte der rangältere General der Kavallerie Graf Auersperg als Vorsitzender, außerdem waren aber nur rangjüngere 442
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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