Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 447 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 447 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Bild der Seite - 447 -

Bild der Seite - 447 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Text der Seite - 447 -

Kapitel XVI Die folgenden Lebensjahre Ich will zunächst zurückgreifen, um ein kurzes Resume jener Be- trachtungen zu geben, die die fortlaufenden Kriegsereignisse in mir auslösten. Ich knüpfe an den Fall von Przemysl an — 22. März 1915 — den ich im KapitelXIV kurz besprochen habe. Die Karpathen- kämpfe, die sich vor- und nachher abspielten, bildeten die eigentliche Krisis dieser Kriegsepoche. Innerhalb der Zeit Ende März bis An- fang Mai 1915 waren die Russen am Höhepunkt ihrer Erfolge an- gelangt, und auch für die anderen Ententemächte standen damals dieChancen so günstig wie bis dahin noch nie. Zwei Drittel von Gali- zien, fast die ganze Bukowina und nicht unbeträchtliche Teile Ober- ungarns befanden sich im festen Besitze der Russen, denen überdies die Möglichkeit geboten war, sich an den gewonnenen festen Plätzen und strategisch günstig laufenden Wasserlinien eine sichere Basis ein- zurichten. Am litauisch-ostpreußischen Kriegsschauplatz war wohl die Winterschlacht an den masurischen Seen geschlagen, die Russen aus Ostpreußen verjagt, doch Warschau, die Weichsellinie und ihre Fortsetzung, die Narewlinie, sowie fast alle Festungen waren noch in Rußlands Besitz, Ergänzungen und Neuformationen in gewaltiger Menge im Nachrücken begriffen. Und jetzt begann es sich erst so recht zu zeigen, welch ungeheurer Leistungen Rußland fähig sei. Serbien und Montenegro waren vollkommen frei. Wenngleich sie in einer damals nicht recht verständlichen Untätigkeit verharrten, so bildeten sie doch eine steteDrohung, und die moralischen Folgen der mißlungenen Offensive vom Dezember 1914 machten sich stets steigernd fühlbar. Es kann auch nicht geleugnet werden, daß in jenen ernsten Tagen die Depression in beiden Staaten der Monarchie eine tiefgehende war, wozu dann noch der Umstand trat, daß die subversiven Bestrebungen dissidierender Volksteile eine steigende In- tensität aufwiesen. Und da muß eine objektive, wahrheitsgetreue Darstellung jener beiden ungarischen Oligarchen Tisza und Apponyi gedenken, die ihren prädominanten Einfluß nützten,um durch macht- volle, die Gemüter fassende Reden den Kleinmut zu bannen, Hoff- nungen aufzurichten. Schade, daß sie auch hierbei ihren engbegrenz- ten ,,nurmagyarischen" Standpunkt nicht zu verlassen vermochten. Die Deutschen standen wohl in Belgien und in den ]^ordostdepar- tements von Frankreich, doch war ihre Stoßkraft fürs erste ge- brochen, und den gewaltigenAnstrengungenDeutschlands und öster- 447
zurück zum  Buch Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung"
Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Aus Österreichs Höhe und Niedergang