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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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reich-Ungarns, neue Formationen zu schaffen, waren nicht minder gewaltige auf Seite der Franzosen und vor allem der Engländer^) entgegengestellt. Daß Italien über kurz oder lang an die Seite der Entente treten würde, war nicht mehr zu verkennen, da es ja selbst auf die opfer- vollsten Konzessionen der Monarchie nicht mehr eingehen wollte. Und auch Rumäniens Haltung wurde nach dem Tod des alten Königs Karol von Tag zu Tag unsicherer. Zu jener Zeit hätten demnach unsere Gegner einen für sie höchst vorteühaften Frieden erreichen können, wenn es ihnen nicht schon damals im Sinne der Londoner Stipulationen vom 26. Aprü 1915 um einen vollständigen Niederbruch der Mittelmächte, speziell Öster- reich-Ungarns, zu tun gewesen wäre. Dabei hätte dieser Frieden doch noch bis zu gewissem Grad den Charakter eines Verständigungs- friedens bewahren können, wenn er auch für Österreich-Ungarn mit den größten Opfern verbunden gewesen wäre. Die Ententemächte hätten aber das nächste und wohl höchst bedeutsame Kriegsziel er- reicht, wobei Mülionen von Menschen, ungezählte Güter, namenloses Elend erspart geblieben wären. Doch die Ententeziele gingen eben schon damals unendlich höher, imd letzten Endes langten sie auch dort an, wo sie halten wollten. Doch unter welchen Opfern für die Menschheit, deren Solidarität just die Entente auf ihr Panier ge- schrieben hatte ! Und welch ungeheuere Schaukelbewegungenmußten auch sie mitmachen, wie nahe war oft auch ihr Niederbruch, und in welchem Zustande befand und befindet sich die Welt nachdem Welt- kriege!! Die imperialistischen Ziele und Bestrebungen unserer Gegner führ- ten die Ententemächte zunächst zum Gallipoliabenteuer, das trotz riesiger Opfer mit einem Fiasko endete. Dadurch wurden auch russi- scherseitsbedeutende Kräfte abgezogen, die indenKarpathenkämpfen in Aktion gebracht, vielleicht doch das Zünglein an derWage zu ihren Gunsten heruntergedrückt hätten. Dies erkannte die russische Heeres- leitimg sehr wohl, vermochte jedoch diese Erkenntnis nur durch wie- derholte, mit rücksichtslosem Fanatismus stets vonneuem angesetzte Angriffe in dieTatumzusetzen. Siedrangeben nicht bis in die äußerste Konsequenz durch, dasonstder letzteMannhätte darangesetztwerden müssen,um dieses Ziel zu erreichen. Die in den Kaukasus entsendeten und die zu offensiven und defensiven Zwecken am Schwarzen Meer ^) Aus jenen Tagen datiert der bedeutsame Ausspruch Lord Kitcheners: ,,Wann der Krieg enden wird, weiß ich nicht; ich weiß nur, wann er beginnen wird: im Mai 1915!" Kitchener war überhaupt — trotz Joffre, Foch und Brussüow— vielleicht die beachtenswerteste Führerfigur auf Seite der Entente. 448
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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