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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Komaröw verschweigen, wäre eine zu offensichtliche Verhöhnung der Gerechtigkeit gewesen. Dazu schwang man sich erst zwei Jahre später auf. ... ImNovember 1915 kam's dann unterMackensensFührungzumEin- bruch inSerbienund zurNiederwerfungdiesesLandes, dasvonderEn- tente nicht genügend gestützt worden war, da die in Saloniki gelan- deten französischenund englischen Kräfte noch keine fühlbare Gegen- wirkung zu entwickeln vermochten. Der Zusammenbruch Serbiens erfolgtedannungeheuerraschundwurdezueinemvollständigen. Wieso dies geschah, wieso die Serben, die doch so gewaltige Proben ihrer Kriegstüchtigkeit abgelegt hatten, bis zur völligenVerjagung aus dem Lande niederbrechen konnten, wird einst durch die Geschichte ge- klärt werden. Jetzt fehlt dazu wohl noch jede ernste Begründung. fe Hierdurch häufte sich der Lorbeer auch auf dem Haupte des Führers des österreichischen Flügels, General Kövöß, den das Glück schon im Sommer beim allgemeinen Rückzug der Russen favorisiert hatte, indem es ihm die Festung Iwangorod ohne große Schwierig- keiten in die Hände fallen ließ. Auch das Cernagorzentum brach zusammen. Unter der Oberlei- tung Kövöß' wurden weit überlegene Gruppen von drei Seiten an- gesetzt. Doch immerhin— wenn man bedenkt, mitten im Winter und gegen alle seit Jahrhunderten berühmten Naturfestungen, die Zeugen so vieler vergeblicher Angriffe der Türken gewesen waren— und jetzt gab's urplötzlich keine ernsthafte Verteidigung! Der sagen- hafte Lowcen, das unbezwingliche Wahrzeichen Montenegros, wurde von österreichischen Landsturmabteilungen mit einem Verlust von — schreibe und sage— 120Mann erobert. Die Montenegriner kämpf- ten eben nicht mehr. So fand man auch am Lowcen und im kampf- los geräumten Cetinje mehr montenegrinische Geschütze, als uns die ganze Expedition Tote gekostet hatte. Vom militärischenStandpunkt erscheint es unverständlich, welche Motive den Zaunkönig Nikita zum fluchtartigen Rückzug und zur vollständigen Preisgabe seines Landes veranlaßt haben mochten! Allerdings zeigte sich hierbei so recht deutlich die sich dann stets wiederholende Unfähigkeit der ]\Iittelmächte, die großen Operationen bis in die letzten Konsequenzen durchzuführen. Anstatt coüte que coüte bis Saloniki durch- respektive vorzustoßen, blieb man in der Höhe des Vardarbeckens stehen. Es kam dann als Erklärung dieser Unzulänglichkeit das Schlagwort auf: ,,Die bei Saloniki ver- einigte alliierte Armee bedeute für die Mittelmächte das billigste Konzentrations- (Gefangenen-) Lager." Nun, das hat sich dann wohl aufs bitterste gerächt! 452
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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