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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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den wesentlichen Grund bildete. Mannschaften und Offiziere waren hochgestimmt. Sie kamen zumeist von der Ostfront, wo ihnen der Vorstoß über Riga so überraschend und vollständig gelungen war. Scherzweise, aber doch halbimErnstmeinteein Offizier ,,wirkommen von Riga mit dem Fahrbillett nach Rom". Zweifelsohne eine herr- liche Armee. Es bedarf wohl keiner Betonung, daß die Vorbereitungen zur Offen- sive mit großer Rigorosität und der den Deutschen eigentümlichen Konsequenz und Gründlichkeit betrieben wurden. Die Vormärsche und Verschiebungen fanden ausnahmslos zur Nachtzeit statt, alle Aufschriften und Regimentsnummern, selbst die auf den Achsel- klappen, waren verdeckt, und der ganze Außenverkehr war inhibiert. Wir persönlich verspürten dies sehr unangenehm, da wir bis Ende Oktober unseren sehr kühl gewordenen Sommersitz nicht verlassen durften. Wie gesagt, die Maßnahmen waren umfassend, trotzdem ist es unbegreiflich, daß der Feind so vollständig und gründlich über- rascht werden konnte, wie dies dann tatsächlich der Fall war, da ja die Italiener ihr vorzügliches Kundschaftssystem schon lange hin- durch im Gang erhielten. Ein indirekter Beweis von der totalen Un- zulänglichkeit unserer Vorkehrungen für die große Piaveschlacht im Sommer 1918 mit ihrem für uns wahrhaft niederdrückenden Aus- gang!— Dagegen übertrafen die Resultate der Ende Oktober 1917 unter dem Namen der ,,12. Isonzoschlacht" bekannten Herbstoffensive selbst die weitestgehenden eigenen Erwartungen. Der Niederbruch der italienischen Ostarmee war ein vollständiger, deren Verluste katastrophal. Die Verhältnisse lagen hierbei im Anfange sowohl operativ als taktisch ganz ähnlich jenen vor und in der Schlacht bei Rawa Ruska—Grodek (September 1914). Im weiteren Verlauf war aber das Resultat ein wesentlich differentes. Während — wie im KapitelXIII geschildert — bei Rawa Ruska die Loslösung vom Feinde, speziell bei meiner so arg bedrohten 4. Armee rasch und mit relativ geringen Opfern bewirkt werden konnte, kam's bei den Italienern zum vollsten Niederbruch der Flügel- (2.) Armee, von dem auch die Nachbar- (3,) Armee auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es ist hoch bedauerlich, daß unter diesen extrem günstigen Umständen die Konsequenzen nicht usque ad finem ge- zogen wurden. Eine stärkere Dotierung der aus Tirol vorbrechenden Heeresgruppe Feldmarschall Conrad hätte eine operative und politische Situation schaffen können, die sehr möglicherweise die Italiener gezwungen hätte, einen Frieden unter allen Umständen anzustreben. — 477
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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