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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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daß das Duell zu jenen sozialen Einrichtungen zählt, die sich par ordre du Mufti weder anbefehlen noch abschaffen lassen, und daß überdies für jenen autokratischen Wülensausdruck der gewählte Zeit- punkt der mindest geeignete war, wenn man mehr als einen Augen- blickseffekt erzielen wollte. Auch der zweite Erlaß ist nur durch das leidenschaftliche Bestreben zu erklären, rasch in den breitesten Schichten populär zu werden. Bei Gott, ich war nie ein Leuteschinder, trat stets und immer mit aufrichtiger Sympathie für die Mannschaft ein. Doch schließlich darf man sich nicht verhehlen, daß das Erhalten strammer Disziplin und des unbedingten Gehorsams ein eisernes Gebot der Notwendig- keit ist und durch nichts anderes ersetzt werden kann. Nur ein welt- fremder Träumer oder ein Leichtsinniger vermöchte zu übersehen, daß die Abteüungs- und Unterabteilungskommandanten im Felde auch über Korrektionsmittel verfügen müssen. Die körperlichen Strafmaßnahmen waren aber die einzigen Korrektionsmittel, die die- sen Kommandanten im Felde zur Disposition standen, Sie konnten Renitenz, Unbotmäßigkeit, Faulheit, mangelndes Ehrgefühl nicht mit Moralpredigten bannen oder die zu Strafenden zur Korrektion ins Hinterland versetzen. Dann wäre deren Zahl an einem Tage Legion geworden. Da aber Arreststrafen oder Fasten im Felde unpraktizier- bar sind, so stand der Unterabteilungskommandant macht- und Vv'ehr- los da und war ausschließlich auf den guten oder bösen Willen seiner Leute angewiesen, für deren Tun und Treiben er doch wieder alle Verantwortung trug.— Die Folgen jenes Verbotes machten sich auch sehr bald in ausgesprochen destruktivemSinne geltend^ und somußte es, gleich nachdem es mit Tam-Tam und Preßhuldigungen coram publico in Szene gesetzt worden war, im geheimen wieder zurück- gezogen werden. Natürlich blieb dies nicht unbemerkt und konnte der Autorität wahrlich nicht nützen.— Brest-Litowsk— Bukarest! Mit welcher Spannung sah man in den Winter- und Frühjahrsmonaten 1917/1918 den Nachrichten aus diesen beiden Zentren entgegen, und wie groß und mächtig waren die Hoffnungen, die sich an die dort geführten Friedensverhand- lungen knüpften! Czernin, Kühlmann, General Hoffmann, Trotzki, Lenin, Joffe und die seltsame Frau Bizenko, Bratianu, Marghüoman und viele andere, wie oft wurde deren Name genannt und welche Peripetien durchliefen all die durch sie geschlungenen, gelösten 'und wieder geknüpften Negotiationen, bis sie endlich zu dem nie einge- haltenen, kaum Halbjahrsfrist durchlebenden Friedensschlüssen führ- ten! Der spröde Sinn deutscher Generale, die im unrichtigsten und unglücklichsten Momente einsetzenden, demagogisch gestachelten, 479
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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